|

In einer finsteren Nacht geschieht das, was der kleine Junge niemals erwartet hätte. Ein merkwürdiger Mann dringt in das Haus seiner Eltern ein und ermordet sie ebenso wie seine Schwester. Allein der kleine Junge kann, rein instinktiv, auf den nahegelegenen Friedhof fliehen, wo ihn die Toten aus alten Zeiten in ihrer Mitte aufnehmen. Klappentext Nobody Owens ist ein eher unauffälliger Junge. Er lebt auf dem Friedhof, liebevoll erzogen und behütet von den Geistern und Untoten, die dort zu Hause sind. Doch der tödliche Feind, vor dem Nobody als kleines Kind einst auf den Friedhof floh, ruht nicht. Er wartet auf den Tag, an dem der Junge sein Zuhause verlassen wird, um zurückzukehren in die Welt der Lebenden. Wer wird Noboby dann beschützen? Daten Autor: Neil Gaiman Titel: Das Graveyard Buch Genre: Fantasy Verlag: Arena Seiten: 310 Altersempfehlung: ab 10 Jahren ISBN-10: 3401502735 ISBN-13: 978-3401502731 Preis: 9,99 € (Taschenbuch) Rezension Neil Gaiman hat eine wundervolle Art, märchenhafte Geschichten zu erzählen. Das Graveyard Buch ist eindeutig ein Kinderbuch und als solches sehr gelungen. Die Geschichte beginnt eher unaufgeregt, obwohl doch ein Mörder durch das Haus schleicht und bereits einige Familienmitglieder ermordet hat. Aber Gaiman lässt keine Panik aufkommen, sondern erzählt nur aus der Sicht eines Kleinkindes, was geschieht. Und wie der kleine Junge, der gerade einmal Laufen kann, erleben wir das Geschehen sehr distanziert. Wir verstehen es, das Kind aber nicht. In seiner unbedarften Art marschiert der Kleine aus dem Haus, nicht wirklich auf der Flucht, denn er spürt keine große Bedrohung. Nur dass etwas anders ist. Aber den Mann der dort im Haus ist, den mag er nicht. Auf kurzen Beinen flieht der Junge, dessen Namen wir nicht kennen, weil er ihn selbst nicht weiß, auf den nahegelegenen Friedhof. Dort ist es ruhig und friedlich und die Geister, die hinter dem Tor leben, machen ihm keine Angst. Die Geister, überrascht darüber, dass ein Lebendiger sie sehen kann, nehmen das Kind schließlich auf und ziehen es groß. Doch die Gefahr für den kleinen Jungen, dem sie den Namen Nobody geben, ist noch nicht vorbei. Gaiman erzählt zunächst kleine Episoden, kaum aufeinander aufbauend, über das Leben von Nobody auf dem Friedhof bei den Geistern. Er erlebt Abenteuer und bekommt Geschichten erzählt und sein Vormund, der friedhofseigene Vampir, hat manchmal seine liebe Not mit dem Kind. Nobody hat eine ungewöhnliche, aber liebevolle Kindheit. Trotzdem reizt ihn natürlich irgendwann die Welt außerhalb des Friedhofs. Hier setzt nun endlich eine zusammenhängende Handlung ein und man erfährt auch, dass Nobody in jeder der kleinen Episoden etwas gelernt hat, dass ihm nun weiterhilft. Mit Hilfe seiner Freunde, ob tot, untot oder lebendig, erlebt Nobody das allergrößte Abenteuer. Der Autor hat hier eine Geschichte geschaffen, die mir persönlich einfach am Herzen liegt. Das Graveyard-Buch ist eine Kindergeschichte. Es geht um unheimliche und gruselige Gestalten und trotzdem bleibt es immer kindgerecht. Ein wunderbares Buch zum Vorlesen, dass von Freundschaft und Familiensinn erzählt und davon, dass man alles erreichen kann, wenn man nur an sich glaubt. Aber auch für Erwachsene hat das Buch denke ich einen gewissen Reiz, die völlige Unschuld des Kindes Nobody ist so eindrücklich beschrieben, dass man sich fast selbst wieder wie ein Kind fühlt. Im Gegensatz zum Sternwanderer, dessen Aufbau und dessen Geschichte mir nicht so gut gefiel, ist das Graveyard-Buch wirklich ein Buch, dass dem großen Ruf eines Neil Gaiman gerecht wird. Von meiner Seite eine absolute Empfehlung.
|