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[Leipziger Buchmesse] Nominierte für den Preis der Leipziger Buchmesse |
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Geschrieben von: Lonice
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Donnerstag, den 10. Februar 2011 um 21:00 Uhr |
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Am 17. März ist es wieder soweit. Die Buchmesse in Leipzig öffnet für vier Tage ihre Pforten und bietet allen Lesebegeisterten, vor allem aber Autoren und Verlagen ein gemeinsames Forum, einen Raum zum Staunen, diskutieren und genießen.
Wie in jedem Jahr wird im Rahmen der Aktion „Leipzig liest“ ein großes Programm rund ums Buch geboten – vor allem natürlich Autorenlesungen.
Im inzwischen siebten Jahr wird außerdem der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen. Dieser Buchpreis wird in drei Kategorien vergeben: Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung. Die Jury veröffentlichte heute die jeweils fünf Nominierten.
Kategorie Belletristik:
- Anna Katharina Fröhlich: "Kream Korner" (Berlin Verlag) - Arno Geiger: "Der alte König in seinem Exil" (Carl Hanser Verlag) - Wolfgang Herrndorf: "Tschick" (Rowohlt Berlin Verlag) - Clemens J. Setz: "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes" (Suhrkamp Verlag) - Peter Stamm: "Seerücken" (S. Fischer Verlag)
Kategorie Sachbuch/Essayistik:
- Patrick Bahners: "Die Panikmacher. Die deutsche Angst vor dem Islam. Eine Streitschrift" (C.H. Beck) - Andrea Böhm: "Gott und die Krokodile. Eine Reise durch den Kongo" (Random House; Pantheon Verlag) - Karen Duve: "Anständig essen. Ein Selbstversuch" (Galiani Verlag Berlin) - Marie Luise Knott: "Verlernen. Denkwege bei Hannah Arendt" (Matthes & Seitz Berlin) - Henning Ritter: "Notizhefte" (Berlin Verlag)
Kategorie Übersetzung:
- Barbara Conrad: "Krieg und Frieden", aus dem Russischen neu übersetzt und kommentiert, von Lew Tolstoi (Carl Hanser Verlag) - Ralph Dutli: "Fatrasien. Absurde Poesie des Mittelalters", aus dem Altfranzösischen, Autor anonym (Wallstein Verlag) - Maralde Meyer-Minnemann: "Mein Name ist Legion", aus dem Portugiesischen, von António Lobo Antunes (Luchterhand Verlag) - Terézia Mora: "Ein Produktionsroman (zwei Produktionsromane)" aus dem Ungarischen, von Péter Esterházy (Berlin Verlag) - Dagmar Ploetz: "Unter dieser furchterregenden Sonne", aus dem argentinischen Spanisch, von Carlos Busqued (Antje Kunstmann Verlag)
Der Preis soll herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen ehren und wird vom Freistaat Sachsen und der Stadt Leipzig unterstützt. Insgesamt winken den Gewinnern 45.000 Euro.
Übrigens kann in der Kategorie Belletristik ein jeder seine Stimme sprechen lassen, denn für diese Kategorie gibt es ein Publikumsvoting auf der Website des Preises der Leipziger Buchmesse.
Am 17. März wird der Preis dann um 16:00 Uhr in der Glashalle auf dem Messegelände Leipzig verliehen.
Wir wünschen allen Nominierten viel Glück! |
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Newcomerin Carina Bargmann im Interview |
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Geschrieben von: Kettenleser
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Samstag, den 25. September 2010 um 15:28 Uhr |
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Soziale Netzwerke sind auch für Kettenleser eine tolle Sache. Man findet uns ja nicht nur auf Twitter und Lovelybooks.de, sondern auch bei StudiVZ, SchülerVZ und seit neuestem auch Facebook.
Über diese Portale haben wir schon einige tolle Kontakte zu Autoren und anderen Bücherverrückten knüpfen können, worüber wir uns wirklich sehr freuen. Und Facebook ist auch schuld daran, dass wir auf der Leipziger Buchmesse am 20. März 2010 die junge Autorin Carina Bargmann interviewen durften. Denn Katleah ist auf ihren Account dort gestoßen und hat einfach mal angefragt.
Carina Bargmann, geb. 1991, besucht zur Zeit noch die Oberstufe eines Gymnasiums und lebt mit ihrer Familie in Braunschweig, Niedersachsen. Schon mit 15 schrieb sie ihren ersten Roman, der jedoch nicht veröffentlicht wurde. Nach einem weiteren Versuch, der ebenfalls bisher unveröffentlicht ist, begann sie mit 17 Jahren, an ihrem Debutroman Sayuri zu schreiben, der im Januar 2010 vom Arena Verlag veröffentlicht wurde.
Bevor das Interview startete, konnten wir an Carinas Lesung teilnehmen. Sie trug zwei Stellen aus Sayuri vor, die einen gleich in den Bann schlugen – Kompliment an dieser Stelle noch einmal für den sicheren und schönen Vortrag.
Das Interview führten Katleah und Lonice, Judith Blümcke vom Arena Verlag nahm ebenfalls daran teil.
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Kettenleser (KL): Du bist im selben Alter wie die von den Feuilletons hoch gelobte Helene Hegemann. Sie wurde für den Leipziger Buchpreis nominiert (Anm. der Red.: Den sie allerdings nicht gewonnen hat), wie stehst du dazu?
Carina: Ja, so eine richtige Meinung dazu habe ich in diesem Sinne nicht. Sie ist einfach eine Autorin, wie alle anderen auch, schreibt aber in einem anderen Genre und einen ganzen anderen Stil als ich. Bewundernswert, dass sie bereits mit ihrem ersten Werk einen solchen Erfolg hat. Ich glaube, ich hätte diesen extremen Medienrummel gar nicht so gerne, weil ich noch genug mit dem Abitur zu tun habe. Ich freue mich einfach darüber, wie es bei mir läuft und … jedem das Seine.
KL: Wie stehst du als Autorin zu dieser Nominierung, gerade hinsichtlich des Plagiatsvorwurfs und den Vorwürfen, dass die neue Generation von Autoren eine solche sei, die mit dem Urheberrecht gar nichts mehr anfangen kann?
Carina: Davon möchte ich mich distanzieren! Die Generation kann damit was anfangen. Als ich 12 war und meine erste Geschichte geschrieben und nebenher unter anderem Harry Potter gelesen hatte, meinte mein Bruder nachdem er meine Geschichte gelesen hatte, man merke schon, wann ich Harry Potter parallel gelesen hatte. Dabei hatte ich keine Namen übernommen, ich hatte keine Zauberschule oder ähnliches, aber ich war immer mehr Richtung Zaubern gegangen. Und dann war ich immer epischer geworden, als ich Herr der Ringe gelesen hatte. Ich habe gemerkt: „Huch, okay, da musst du noch mal aufpassen, dass dir solche Parallelen nicht passieren.“
Und das ist mir ganz wichtig, dass ich nicht abschreibe. Klar, irgendwo übernimmt man seine Ideen immer, man bastelt sich das aus seinen eigenen Erlebnissen, aus Geschichten, die man erzählt bekommt, gelesen, gehört oder gesehen hat oder im Fernsehen gesehen hat zusammen, aber man sollte aufpassen, dass es etwas Neues wird, dass es wirklich nirgendwo abgekupfert ist.
Es kann natürlich passieren, dass man irgendwo Parallelen hat, bei denen man es selbst gar nicht weiß. Mir ist Urheberrecht total wichtig, weil ich ja auch nicht will, dass jemand von mir abschreibt. Wenn man von Anfang die Quellen nennt – okay, aber alles andere ist falsch. Das finde ich eher schlecht. Da finde ich es auch schwierig zu sagen: „Boah, die junge Autorin hat viel Tolles geschrieben“, wenn sie es abgeschrieben hat. Weil es dann auch nicht wirklich ihr Schreibstil ist. Man kann viel kopieren, aber jemand, der kopiert, ist nicht gut im Erfinden von Geschichten, dem fehlt anscheinend die Fantasie. Gerade das Entstehen der Geschichte ist sehr wichtig – für mich zumindest. Ich bastle tierisch gerne und lange am Plot und an den Personen und das ist ja auch das Herz der Geschichte. Und wenn ich das übernehmen würde, hätte ich nichts eigenes Erschaffen und ich wäre nicht stolz darauf.
KL: Also würdest du auch die ganzen Bücher und Filme, was du gerade nebenher aufschnappst, als Inspiration sehen?
Carina: Inspiration ja, aber nicht als Quelle zum Abschreiben.
KL: Du hast ja schon erwähnt, dass du auch noch zwei andere Bücher geschrieben hast.
Carina: Zwei Romane, im Sinne von Geschichten, nicht Bücher, die veröffentlicht wurden.
KL: Ist die Thematik dort ähnlich wie bei Sayuri, oder doch eher weit weg davon?
Carina: Ganz weg nicht, es ist auch Fantasy, eine Geschichte spielt sogar in einer Wüste, wie in Sayuri, aber diese Übereinstimmung ist mir relativ spät aufgefallen. Ansonsten ist sie ganz anders. Ich habe im Fantasybereich angefangen, weil es einfacher ist, sich eine Welt zu entwerfen, als sich an Fakten zu halten. So kann ich mir alles einfach ausdenken und nach meinen Regeln funktionieren lassen. Aber wenn ich mehr Zeit habe, umfangreich zu recherchieren, dann schreibe ich vielleicht auch mal eine Geschichte, die in der realen Welt spielt. Das fände ich nämlich auch sehr spannend.
KL: Dürfen wir fragen, worum es in deinem nächsten Buch geht?
Carina: Ein paar Kleinigkeiten kann ich sicherlich schon verraten.
Man wird feststellen können, dass unsere Welt nicht alles ist, es gibt noch wesentlich mehr: zwei Welten, die parallel zu unserer existieren, eine Elfen- und eine Zwergenwelt. Also ich hole das eigentliche Fantasy in unsere Welt und versuche daraus Urban-Fantasy zu machen. Ein ganz normales Mädchen wird plötzlich in die Situation gestoßen, dass sie zwischen diesen Welten existiert und dass diese Welten zu eins werden zu drohen und sie muss das verhindern. Und natürlich verliebt sie sich auch noch – dann werden wir sehen, was draus wird. Aber eigentlich ist es noch sehr offen.
KL: Liest du auch sehr viel?
Carina: Ich lese sehr viel, ja. Also, einmal für die Gerstäcker-Jury. Der Friedrich-Gerstäcker-Preis ist ein Braunschweiger Jugendbuch-Literaturpreis, der Älteste, den es gibt. Im halben Jahr lese ich dafür ca. 20 Bücher, von denen mir nicht alle gefallen, aber es gibt auch ganz viele tolle Bücher darunter. Es ist allerdings schön, dass man vielfältige Romane bekommt, die man selbst gar nicht unbedingt aus dem Bücherregal aussuchen würde. Das Lesen für die Jury ist Pflicht und die anschließenden Besprechungen sind interessant. Wenn meine Geschwister neue Bücher haben, lese ich sie oft vor ihnen, wenn sie nichts dagegen haben. Wenn ich selbst in die Buchhandlung gehe und mir was suche, sind es meistens doch Fantasybücher. Markus Heitz lese ich gerne, Bernhard Hennen, Cassandra Clare habe ich auch mit Begeisterung gelesen, Isabel Abedi – da gibt’s einige, wo ich meinen Spaß bei hab.
KL: Wann schreibst du so? Hast du da feste Zeiten oder einfach, wenn dir was in den Kopf kommt?
Carina: Eigentlich immer. Ich kann mir keine festen Zeiten setzen, weil ich mit schulischen Aufgaben täglich unterschiedlich lange beschäftigt bin und in meiner Freizeit mit der evangelischen Jugend Freizeiten, Wochenendseminare, Aktionen vorbereite und durchführe oder einfach mit Freunden unterwegs bin und dies ja auch unregelmäßig stattfindet. Aber immer, wenn ich zu Hause bin, keine Pflichten erledigen muss und der Laptop in der Nähe ist, schreibe ich voller Eifer und dann auch bis spät in die Nacht. Ich stelle fest, dass ich ab 20 Uhr am produktivsten bin. Entweder es läuft oder es läuft nicht.
KL: Du hast ja auch gerade vorgelesen. Machst du das gerne oder sagst du da eher, dass ist so ein Teil, was du machen musst?
Carina: Am Anfang hab ich gedacht „Oh mein Gott, lesen! Du kannst es nicht, du magst es nicht, du hast dich in Vorlesewettbewerben schon immer total blamiert, weil du zu schnell gesprochen hast und dann Worte und Sätze verschluckt und verdreht hast.“ Ich habe mir Hilfe von einer Schauspielerin geholt. Die hat mir ein paar Übungen gezeigt und mir das langsame und deutliche Reden eingeschärft. „Immer schön den Mund weit aufmachen!“ Ja, dann geht das gut und es macht mir jetzt auch Spaß, wenn ich merke, dass es funktioniert. Ich habe ein Mal vor einer Grundschulklasse gelesen und ich fand es total faszinierend. Wie sie alle plötzlich leise wurden und zugehört haben, also, dann macht‘s richtig Spaß! Und wenn man dann noch Feedback bekommt, ist das auch schön.
KL: Thema Cover: kann man da selber als Autor mitentscheiden?
Carina: Ich habe, glaube ich, ein Veto-Recht. Ich finde das Cover aber einfach toll und dementsprechend hatte ich nichts auszusetzen. Zum Glück ist es nicht pink, weil ich Pink nicht mag, aber das Lila ist schön.
KL: Wie hat sich dein Leben dadurch verändert, dass du jetzt ein Buch veröffentlicht hast und ja auch Lesungen hältst?
Carina: Vor allem bin ich selbstsicherer geworden, gerade weil ich so viel positive Resonanz erfahren habe. Ich war sehr gespannt, wie fremde, unvoreingenommene, kritische Menschen mein Buch finden würden, und bin erstaunt und froh, dass es so gut ankommt. Ich freue mich, dass ich mit meinem Buch andere Menschen anspreche, begeistere, dass ich nette Menschen kennengelernt habe und dass der Rummel um die Buchveröffentlichung sich in Grenzen hält, so dass ich mich problemlos überall bewegen und auf die Schule konzentrieren kann. Und ich freue mich aufs Weiterschreiben.
KL: Zum Schluss: Wie gehst du mit Interviewpartner um, die dein Buch nicht gelesen haben?
Carina: Ich habe bisher noch nicht das Gefühl gehabt, dass die Interviewpartner mein Buch nicht gelesen haben, von daher weiß ich jetzt gar nicht, wie ich damit umgehen würde. Ich glaube, ich würde freundlich und nett Antwort geben und mich fragen, „Was möchte der jetzt eigentlich?“ Aber bis jetzt hatte ich nur positive Erfahrungen mit Interviewpartnern gemacht.
Verlag: Meist beziehen sich die Fragen von Journalisten auf die Person Carina Bargmann. Man merkt schon den Unterschied, zu euch, zum Beispiel. Die Reporter interessiert es eher, was Carina nebenher macht, weil sie noch so jung ist. Es sind vor allem Fragen, die auch diejenigen Leser interessiert, die das Buch nicht kennen. Wir bedanken uns noch einmal bei Carina und Frau Blümcke für das nette Interview und die freundliche Aufnahme. Uns hat die knappe Stunde viel Spaß gemacht.
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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 22. Januar 2011 um 19:51 Uhr |
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Von Autoren und Cosplayern - Leipziger Buchmesse 2010 |
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Geschrieben von: Lonice
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Sonntag, den 21. März 2010 um 00:00 Uhr |
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4:15 Uhr Der Wecker klingelt, erbarmungslos... Hatten wir das nicht schon mal? 4:33 Uhr Ich gebe auf und stehe auf. Kurz was übergeschmissen und Kit geweckt, dann gehe ich mit Sam los. Nach duschen, frühstücken und leicht hektischer Einpackaktion wird das „Kettenleser-on-Tour“-Auto noch endabgefertigt. 6:35 Uhr Los geht’s. Wetterbericht: Vor uns die Sintflut, so kommt es mir jedenfalls vor. 7:30 Uhr Schon in Braunschweig und rauf auf die Autobahn. Das Wetter wird nicht besser. Ich wundere mich über das schnelle Vorwärtskommen, Kit kämpft mit dem Schlaf, gewinnt aber noch. ca. 8:00 Uhr Wir, ganz die super vorbereiteten Reporter, stellen dann unterwegs mal unsere Fragen für das Interview mit Carina Bargmann auf. Muss ja auch irgendwann mal gemacht werden – und bis 11:00 Uhr ist auch nicht mehr sooo viel Zeit. 9:00 Uhr Runter von der Autobahn. Sind wir schon da? 9:15 Uhr Angekommen, noch kurz das Navi-Ladegerät zerstört und alles zusammengepackt, was wir brauchen (Kit hat die Schokoriegel vergessen!!!!! Das ist die totale Katastrophe gewesen später!!!), Tiescher (mein persönliches Maskottchen)verstaut und dann auf zur Presseakkreditierung. 9:30 Uhr Die Akkreditierung ging bemerkenswert flott, nach kurzem Abstecher zu gewissen Örtlichkeiten (hey, wir sind schließlich Frauen, die gehen da immer zusammen hin!), haben wir uns nun auch in der Glashalle, dem zentralen Punkt der Buchmesse, eingefunden. Hier soll in einer halben Stunde Nina Blazon aus ihrem Buch Schattenauge vorlesen. Im Moment herrscht noch ein bisschen Chaos. Wir sind auch ein bissl blöd. Wir hätten uns die Hallen 3 und 5 schon vorab ansehen können, ohne Besucherchaos. Die durften da nämlich erst ab 10:00 Uhr rein. Und wir sind da vom Presseeingang her durchgekommen. Na ja, das nächste Mal sind wir schlauer. 10:00 Uhr Wir haben uns am „Blauen Sofa“ niedergelassen und sind damit auch ein wenig den ganzen Cos-Playern entwichen, die das Bild der Messe bestimmen. Die merkwürdigsten Figuren rennen hier herum – Marge Simpson vorweg! (Der Junge in dem Wolfskostüm aus Plüsch hatte echt Leidensfähigkeit, teilweise herrschte in den Hallen Tropentemperatur). Pünktlich fünf Minuten zu spät taucht dann auch Nina Blazon auf und erzählt zunächst einmal, worum es in ihrem Buch geht. 10:03 Uhr Hinter mir ertönt ein symphatischer Wiener Dialekt und als ich mich umschaue steht dort, direkt neben mir: Claudia Toman, mit der wir uns später sowie so noch treffen wollten. Wir sprechen sie natürlich gleich an und sind beide begeistert von ihrer fröhlichen und offenen Art. Als erstes werden Lesezeichen ausgetauscht (wir bekommen jede ein Jagdzeit-Lesezeichen (ihr neues Buch) und sie eines von unseren Kettenleser-Lesezeichen, das ihr gut gefällt. Dann wenden wir uns wieder Nina zu. 10:15 Uhr Wir müssen, leider bevor Nina mit der eigentlichen Lesung anfängt, die Örtlichkeit verlassen, denn um 10:30 Uhr beginnt Carina Bargmann mit der Lesung ihres Debutromans Sayuri in Halle 2. Da wir den entsprechenden Stand erstmal finden müssen und auch einen halbwegs guten Sitzplatz haben wollen, müssen wir uns ein wenig beeilen. In Halle 2 finden sich die Stände der Kinder- und Jugendbuchverlage, sowie Schulbücher und vor allem Fantasy und Manga/Comics. Das führt dazu, dass diese Halle besonders überlaufen ist. Insbesondere von diversen, mit merkwürdigsten Mordwerkzeugen ausgestatteten Cosplayern. Wir finden den entsprechenden Stand aber trotzdem recht schnell und Carina ist auch schon dort. 10:30 Uhr Die Lesung beginnt pünktlich und praktischerweise setzt Carina genau da an, wo ich am vorherigen Abend aufgehört habe zu lesen. Das gefällt mir. Sie ist zwar, wie sie selbst sagt, etwas nervös, macht ihre Sache aber toll. Zumindest mich kann sie mit ihrem Vortrag durchaus fesseln. Und anderen muss das wohl auch so gegangen sein, denn bei der nachfolgenden Signierstunde kriegt man kein Bein an die Erde. Und die Leser stammen offensichtlich auch aus allen Altersklassen von Kind bis zur etwas älteren Mutti. Carina kommt aus dem Unterschreiben gar nicht mehr heraus. 11:00 Uhr Carina kann aufatmen, der Marathon ist erstmal vorbei. Wir verabreden uns zum Interview ein paar Minuten später am Arena-Stand. Dort werden wir noch kurz von einigen Fans und Kerstin Gier aufgehalten, der Carina unbedingt noch einmal Hallo sagen möchte. Die Fans wollen vorher allerdings noch schnell ein Autogramm von Carina. Kerstin haben sie wohl nicht gesehen oder erkannt. Danach können wir uns dann, gemeinsam mit Judith Blümcke vom Arena-Verlag, zum Interview setzen. Das gestaltet sich wirklich sehr nett, wir sitzen viel länger dort als eigentlich geplant, weil es so viel zu erzählen gibt. Danke hierfür noch mal an Carina und Judith, das Interview hat uns wirklich viel Spaß gemacht und wir würden das bei Gelegenheit auch gerne noch einmal wiederholen. (Das Interview selbst bekommt ihr demnächst zu lesen.) 12:00 Uhr: Eigentlich wollten wir uns ja um halb zwölf mit Claudia Toman an der Fantasy Leseinsel treffen. Bei der Lesung von Karl-Heinz Witzko herrscht allerdings ein solches Gedränge, dass man beim besten Willen niemanden finden könnte. Wir schauen uns also erstmal ein wenig um, stöbern kurz bei www.werk-zeugs.de vorbei, die direkt hinter der Leseinsel (sehr schlau gewählt) einen größeren Stand haben und mit den ganzen Fantasybüchern von Piper, Heyne, Klett-Cotta usw. ein recht gutes Geschäft machen. 12:14 Uhr Wir entschließen uns, das ominöse Außengelände zu suchen, die Luft in den Hallen ist, gelinde gesagt, ziemlich stickig. Wir streifen also erstmal ein bisschen herum. Es sind unglaublich viele Menschen unterwegs und unsere T-Shirts erregen gewisse Aufmerksamkeit. Die Stände dagegen erregen unsere Aufmerksamkeit. Immer mal wieder bremsen wir kurz ab um einfach ein bisschen zu schauen. Das ist das tollste an dieser Messe. Ich muss mich sehr zusammenreißen, um nicht den gesamten Inhalt der Messe auf meine Liste zu setzen. 12:30 Uhr Kit muss mal wohin. Ich nicht. Da die Aktion länger zu dauern scheint, mache ich mich daran, Lesezeichen zu verteilen. Die meisten nehmen die auch freundlich an. Ich bin mal gespannt, wie viel davon sich auch tatsächlich zu uns verirren und sich anmelden. An die, die mal kurz gucken: Meldet euch an! Es ist schön hier ;-). 12:48 Uhr (so zirka) Kit taucht endlich wieder auf. Wir ziehen also weiter. Noch einmal machen wir halt am Werk-Zeugs-Stand und decken uns mit Büchern ein. Schattenauge wandert in Kit's Tasche, Judassohn, das neue Buch von Markus Heitz, in die meine. Ich meine irgendwo aufgeschnappt zu haben, dass er noch heute auf der Fantasy-Leseinsel lesen wird und will ein Autogramm. 13:00 Uhr Wir haben den Außenbereich endlich gefunden und genießen die Sonne und die Wärme, die sich über Leipzig ausgebreitet. Auch draußen rotten sich die Cosplayer zusammen – auch wenn es verhältnismäßig warm ist, bei den kurzen Röckchen und Höschen frieren wir schon beim zugucken. Wir machen erstmal Pause. Ich will Schoki! Kit hat sie vergessen!!!!! Ich schmolle daraufhin und rufe einen gemeinsamen Freund an, der mich am Vorabend telefonisch terrorisiert hat, als ich schon fast geschlafen hab. 13:30 Uhr Wir beenden das Telefonat (also nicht, dass das ne halbe Stunde gedauert hätte, so dicke hab ich's dann doch nicht). Draußen sitzen wird langsam doch ein bisschen kühl, da wir uns aber nicht direkt wieder in die vollste aller Hallen stürzen wollen, marschieren wir mal in Halle 4. Hier finden sich die internationalen Verlage, die Messebuchhandlung (die wir spontan links liegen lassen, weil man darin nicht mal gewollt umfallen könnte) und das Leipzig liest-Forum. Hier ist es tatsächlich weit weniger voll und man kann auch mal ganz in Ruhe ein bisschen schauen, mal einen Moment stehen bleiben und einer Lesung lauschen und einfach den Messetrubel genießen. Nur am Leipzig liest-Forum ist kein Durchkommen. Unterwegs fanden wir übrigens diese Kleinigkeit. Wir entschließen uns, jetzt doch wieder in die Halle 2 zurück zu kehren. 14:00 Uhr Wir kehren zur Fantasy-Leseinsel zurück (unser ständiger Anlaufpunkt). Bernhard Hennen signiert noch fröhlich in der Signierecke (er hatte um 13:00 Uhr eine Lesung) und wir wollen uns schon mal ein gutes Plätzchen für die Lesung von Kai Meyer um 14:30 Uhr sichern. Um 13:30 Uhr hatte Markus Heitz seine Lesung. Die ich irgendwie geistig später gelegt hatte, aber nicht finden konnte und schon ein bisschen quengelig war. Wir drängelten uns in der Nähe des Lesesofas durch und plötzlich stand ich vor Herrn Heitz. Ich riss also Kit meine Tasche mit dem Judassohn aus der Hand und schickte sie Platz suchen (ich bin überhaupt nicht bestimmend, sie wollte doch gar kein Autogramm) und hielt dem Herren mein Buch unter die Nase. Stolz wie Oskar kehrte ich dann mit meiner Errungenschaft zu Kit zurück, die leider nur ein Stückchen Boden hatte ergattern können. Die Lesung von Judith Pere, die aus ihrem Erstling Die Tänzerin des Pharao las, machte mir ein wenig Probleme, mir schliefen die Beine im Schneidersitz ein. Ich wechselte also den Platz und stellte mich direkt hinter die gute Frau. 14:30 Uhr Das Chaos brach aus, als Kai Meyer die „Bühne“ betrat. Die ohnehin schon vorher überfüllte Leseinsel platzte jetzt aus allen Nähten. Ich hatte dort hinter Herrn Meyer einen recht guten Platz, ich hab zwar nur den Hinterkopf bewundern können, aber wenn ich gewollt hätte, hätte ich ihm auch gut ein Gummibärchen auf die sehr kurzen Haare kleben können. Wir wurden dann (die Kommunikation lief telefonisch ab) von Merle noch genötigt, ihr ein Autogramm zu besorgen. Da Kit dichter dran war, beorderte ich sie zum Autogramme jagen. Ich selbst unterhielt mich während der Lesung noch mit einigen Leuten von Werk-Zeugs und Frau Pere, die selbst aus Leipzig stammt. Sie konnten mich davon überzeugen, dass wir dringend an der langen Lesenacht vom Heyne-Verlag in der Bahnhofsbuchhandlung teilnehmen sollten. Bevor Herr Meyer anfing zu Lesen und zu erzählen, wurde Bernhard Hennen noch aus der Signierbox gejagt und von einem russischen Autor ersetzt. Die Verantwortlichen waren wohl der Meinung, das anderthalb Stunden Autogramme schreiben absolut ausreichen. Fans wären allerdings noch für mindestens eine weitere Stunde da gewesen. 15:00 Uhr Herr Meyer war fertig mit Lesung und die Reihen in der Leseinsel lichteten sich. Er nahm nun in der Signierbox Platz und Kit stellte sich mit gefühlt 500 weiteren Leuten an. Ich dagegen setzte mich auf einen Hocker und lauschte Oliver Plaschka, der aus seinem Roman Die Magier von Montparnasse vorlas. Und mich sofort in seinen Bann schlug. Auch die bisherigen Autoren hatten nicht schlecht gelesen, aber Oliver sorgte dafür, dass ich die Welt um mich herum vollkommen vergessen konnte. Ich hatte sein Buch zuvor schon in der Hand gehabt, da das Cover genau meinem Geschmack entspricht. Die Reihen um Kai Meyer im Hintergrund wollten sich nicht so recht lichten, Kit kehrte aber doch irgendwann zu mir zurück. Mit Autogramm für Merle. 15:30 Uhr Ich wollte dringend ein Autogramm von Herrn Plaschka (na ja, hauptsächlich das Buch, aber wenn er dann schon da war zum unterschreiben, sollten wir die Gelegenheit auch nutzen). Bewaffnet mit meiner neuesten Eroberung und einem tollen Poster mit dem Cover zog ich mich mit Kit auf die Fantasy-Leseinsel zurück und wir hatten einen netten Plausch mit zwei weiteren Mädels, die direkt neben uns saßen. Währenddessen las Thomas Finn aus seinem Buch Die Wächter von Astaria vor. Da dies aber der dritte Teil einer Reihe war, habe ich nicht wirklich zugehört, sondern mich mit den Magiern beschäftigt. Kit hat derweil Gummibärchen in sich und mich reingestopft. Zwischendurch sprachen uns zwei junge Frauen an und fragten, wo man denn diese tollen T-Shirts auf der Messe erwerben könne. Wir mussten sie leider mit einem „Das sind Unikate“ enttäuschen, aber ich stattete sie ebenfalls mit einem Lesezeichen als Ersatz aus. 16:00 Uhr Die Lesung von Bettina Belitz begann. Sie informierte die Zuhörer zunächst darüber, dass sie einer Weltpremiere beiwohnen würden, es war ihre erste Lesung vor Publikum überhaupt. Sie las aus ihrem Buch Splitterherz. 16:30 Uhr Bettina Belitz hat ihre Lesung beendet und wir entscheiden nun, dass wir die Messe selbst jetzt auch verlassen und uns auf den Weg zum Hauptbahnhof machen wollen. In gemütlichem Tempo wanderten wir durch die Hallen zurück zum Pressezentrum und von dort aus auf den Presseparkplatz. Kurz versuchen wir, das kaputte Navi-Teil zu reparieren, scheitern aber kläglich und machen uns nur mit dem Akku auf den Weg. 17:01 Uhr Samstag, irgendwo in Leipzig. Vor uns fährt ein enorm großer, enorm stinkender und bestimmt auch enorm nicht mehr irgendeiner Abgasnorm entsprechender Reisebus und nimmt mir Sicht und Atem. Ich fahre nur noch nach Gefühl. 17:06 Uhr Ich hab die Abfahrt zum Parkhaus verpasst. Verdammter Mist. Dafür kann ich Kit das Hotel vom Sommer mal vorführen. Was für ein Ausgleich. 17:08 Uhr Nehmen wir halt das Parkhaus auf der anderen Seite, da is eh noch weit mehr Platz. Hier muss ich mal ein Lob an die Verantwortlichen für dieses Parkhaus aussprechen. Ich habe noch nie irgendwo so billig einen ganzen Tag parken dürfen. Schon gar nicht im Parkhaus. Also: Wenn ihr mal in Leipzig seid, parkt ruhig in den Parkhäusern am Bahnhof, das kostet lediglich 3 (in Worten: DREI!) Euro am Tag. 17:10 Uhr Wir stürmen den Bahnhof. Kit will Geld, ich auch. Nachdem wir einmal quer durch den Bahnhof marschiert sind und die Buchhandlung für später auch schon ausfindig gemacht haben, werden wir dann auch noch fündig. 17:15 Uhr Auf in die Leipziger Tropen, auch als Saturn bekannt. (Warum müssen die den Laden eigentlich heizen, als wären wir hier in der tiefsten Arktis?) Nach dem vierten Menschen haben wir dann auch jemanden an der Hand gehabt, der mir ein neues Ladegerät für mein (bzw. Papas ) Navi verkauft. So schnell wie möglich raus aus dem Laden. 17:30 Uhr Kit hat Hunger. Da mir der Hunger inzwischen wieder vergangen ist (kaputte Navis schlagen mir auf den Magen), lasse ich sie alleine losziehen und schau mir schon mal die Buchhandlung an. Der Laden an sich ist nicht sonderlich spektakulär. Die Auswahl ist beschränkter als bei meiner Stammbuchhandlung Schimmel, aber das Ambiente ist toll. Eine breite Treppe führt auf eine Empore auf der ein kleines Café ist. Links neben diesem Café geht es in den Lesesaal. Es handelt sich um den ehemaligen Speisesaal der Passagiere der ersten Klasse. Die Räumlichkeit ist ziemlich beeindruckend. Hohe Decken, Kristallleuchter, alter Parkettboden und Malereien an der Wand. Die Bühne ist klein und auch die aufgestellten Stühle sehen nicht nach einer Großveranstaltung aus. Das freut mich wirklich sehr. 17:35 Uhr Ich entdecke Claudia Toman, als sie hereinkommt, wir haben sie ja einige Male auf der Messe selbst zu finden versucht, aber aufgrund der gewaltigen Menschenmengen war das schlicht unmöglich. Sie kommt aber sofort zu mir herüber und wir beginnen ein nettes Gespräch, zu dem dann auch Kit dazustößt. Die Wienerin wird mir immer sympathischer. Sie ist nett und unkomliziert und fragt interessiert nach, wie es denn zu den Kettenlesern kam. 18:00 Uhr Der lange Heyne Leseabend beginnt. Fünf Autoren werden aus ihren aktuellen Werken vorlesen und danach für Fragen und Autogramme zur Verfügung stehen. Unsere „persönliche“ Autorin hat sich zu uns gesetzt und freut sich ebenfalls auf die Lesungen. 18:10 Uhr Es beginnt Boris Koch, den Vampir-Fans unter uns sicherlich für sein Gebissen bekannt. Er liest aus seinem Jugendbuch Der Drachenflüsterer 2. Unschwer am Namen zu erkennen, dass es sich um eine Reihe handelt. Es geht um Ben und seine Freunde, die gemeinsam mit einigen Drachen viele Abenteuer erleben (ganz grob umrissen), vor allem aber geht es in dem vorgelesenen Teil um wüste Schimpfwörter. Und so lautet auch die Verabschiedung der Verlags“abgeordneten“: „Und wer noch mehr Schimpfwörter lernen will, sollte das Buch ebenfalls lesen.“ Kochs Vortrag wird sehr positiv aufgenommen, er gibt seinen Figuren viel Charakter mit und erntet damit so einige Lacher. 18:30 Uhr Der nächste ist Bernhard Hennen, der seine Marathon-Signierstunde vom Nachmittag offensichtlich gut überstanden hat und sich sogleich über seine Elfenkönigen hermacht. Da es sich auch hierbei um den dritten Teil einer Triologie handelt, wird noch kurz ein wenig zum Inhalt der Vorgänger erläutert, vor allem aber erzählt Herr Hennen, was er in diesem Jahr noch alles so vorhat. Er will nämlich für einige Zeit nach China und dort in einer chinesischen Familie leben. Diese Erlebnisse werden, so sagte er, sicherlich Einfluss haben auf das, was in seinen nächsten Büchern steht. Die Lesung selbst machte Lust auf mehr, die Trolle, Koblode und Elfen aus Hennens Zyklen waren mir persönlich sehr sympathisch. Bisher habe ich keines der Bücher dieses Autoren gelesen, das wird sich jetzt vermutlich auch irgendwann ändern. 18:50 Uhr Es folgen Die Werwölfe von Christoph Hardebusch. Der vorgelesene Teil war mir persönlich sympathisch und entbehrte nicht einer gewissen Ironie, leider mochte die Technik Herrn Hardebusch nicht so sehr und rauschte und jaulte während seines Vortrages ein wenig. Dadurch sank die Aufmerksamkeit im allgemeinen ziemlich ab. Der Applaus ließ trotzdem nicht zu wünschen übrig. 19:10 Uhr Die nächste auf dem Podium war dann die junge Wiener Autorin Victoria Schlederer, die sichtlich aufgeregt war und im sympathischen Wiener Dialekt aus ihrem Buch Des Teufels Maskerade, das wir euch hier bereits vorgestellt haben, vorlas. Sie stellte ihre kauzigen Charaktere Dejan Sirco, Graf Trubic, Esther und Sir Lysander vor. Wobei leider auch hier nicht aufgeklärt wurde, wie der englische Earl in den Otter gekommen ist. Da muss ich unbedingt noch mal nach fragen. 19:30 Uhr Oliver Dierssen, Arzt in einer psychatrischen Klinik in Hannover bildete den Abschluss. Sein Fledermausland hatte mich schon zu Weihnachten in hysterische Lachanfälle gestürzt und ich war sehr gespannt auf die Lesung. Bevor ihr weiterlest, schaut vielleicht hier noch einmal kurz nach, worum es geht. Die Lacher hatte der Hannoveraner jedenfalls alle auf seiner Seite. (Zitat: Ja, nackt is lustig, was?) Sein Vortrag war, ohne die Leistungen der anderen schmälern zu wollen, der beste des Tages (auch die vorherigen auf der Messe eingerechnet). Seinem Protagonisten hauchte er mehr als nur ein bisschen Leben ein und er erntete rauschenden Applaus. 19:50 Uhr Die Lesung selbst war beendet, aber die Zeit für Fragen war noch nicht vorbei. Kit eröffnete den Reigen und fragte Oliver Dierssen, wie er auf die Idee gekommen sei, seinem Hauptdarsteller eine Fledermaus ins Zimmer zu schicken, während diese nackt war. Die Antwort lässt darauf schließen, dass Fledermäuse in Hannover sehr gerne in Schlafzimmer kommen, seinem Kollegen sei nämlich einmal genau das passiert und das hatte ihn inspiriert. Die anderen Zuschauer wurden nun auch mutiger und stellten viele Fragen, zu viele um sie und die Antworten der Autoren, die oft alle ihre Meinung kund taten, hier aufzulisten. Erwähnen möchte ich aber noch den kleinen Jungen neben mir, der fragte, wie es denn für den Autor sei, die eigenen Figuren, auch die Bösen, sterben zu lassen. Die meisten antworteten darauf damit, dass es schwer sei. Oliver Dierssen gab bekannt, dass er sehr dankbar für die Erfindung des Untoten sei. (Die in seinem Buch übrigens mitsamt Protagonisten und geklautem Müllauto durch Hannover heizen.) ca. 20:20 Uhr Die Fragen waren schließlich ausgegangen und die Autoren stellten sich für Autogramme zur Verfügung. Da meine Exemplare von Fledermausland und Des Teufels Maskerade sich in Kits bzw. Muttis Regal befinden, wollte ich kein Autogramm, ich hatte ja nix zum unterschreiben. Da ich aber im Auftrag von Aleks unterwegs war (nein, nicht im Auftrag des Herrn, das waren die Blues Brothers, ihr verwechselt da was), machte ich mich trotzdem auf zu Victoria, ich sollte sie nämlich vom nämlichen und dem gesamten Federfeuer [Website für angehende und bereits gewordene Autoren] grüßen (das war mir vorher per SMS mitgeteilt worden). Nachdem ich meine Nachricht abgegeben hatte, musste ich da bleiben, weil sie mich gern noch etwas ausfragen wollte. Da Claudia Toman auf der Mission ein Stempelkissen zu kaufen war (sie hat auf der Messe einen Exlibris-Stempel bekommen und ich wollte den gern in meinem Buch haben) und wir eh noch auf sie warten wollten, fiel mir das aber nicht schwer. Der Abend endete dann in netten Gesprächen mit Claudia und Victoria, für die wir uns hier an dieser Stelle noch mal bedanken wollen. Ihr wart unglaublich nett und freundlich und der Abend hat uns sehr viel Spaß gemacht. Der Dank für die gute Unterhaltung geht auch an alle anderen Autoren, die an diesem Abend gelesen haben, es war ein tolles Erlebnis, die Autoren waren unheimlich offen und aufgrund der geringen Zuhörerzahl blieb auch für alle die Zeit, mal ein paar Worte mit den Fans zu wechseln, was allen sichtlich gefallen hat. 21:00 Uhr Gemeinsam mit Victoria und Claudia verließen wir als letzte den Saal. Während Frau Schlederer in Richtung „Essen gehen“ aufbrach und sich noch einmal nett verabschiedete, gingen wir mit Claudia wieder zum Parkhaus. Nach einem Abschiedsfoto und einem wesentlich längerem Abschiedsgespräch auf dem Bahnhofsvorplatz, wo es immer noch ungewöhnlich warm war, trennten sich unsere Wege dann auch. (Und wir freuen uns schon auf das nächste Treffen!) 21:15 Uhr Tanken. Sprit ist in Leipzig billiger als bei mir zu Hause. Also auch volltanken. Die junge Frau in der Tanke fragte gleich noch mal nach dem Shirt und bekam meine letzte Visitenkarte. 21:45 Uhr Irgendwo in Sachsen-Anhalt – Loni hat Hunger, dolle. Also laufen wir noch mal kurz einen Rasthof an, um etwas zu essen. 24:00 Uhr Endlich wieder zu Hause. Es war ein zwanzig Stunden Tag, der sich aber sehr gelohnt hat. Sowohl von der journalistischen, als auch von der menschlichen Seite. Es war ein schöner Tag, aber anstrengend. Da wir beide kaum noch geradeaus gucken können, fallen wir ins Bett. Morgen is auch noch ein Tag. |
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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 24. Juni 2011 um 17:41 Uhr |
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Überleben am Rande des Wahnsinns - Ein Tag auf der Frankfurter Buchmesse 2009 |
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Geschrieben von: Lonice
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Sonntag, den 18. Oktober 2009 um 00:00 Uhr |
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4:15 Uhr Der Wecker klingelt - erbarmungslos. Vor mir liegen insgesamt 5 Stunden Buchmesse, das Gastland China, 400.000 Publikationen, davon 130.000 Neuerscheinungen, 7.000 Aussteller, 250 Länder und ca. 10 Stunden Busfahrt. Ich stelle fest: Das war eine bescheuerte Idee.
4:30 Uhr Der Wecker klingelt. Schon wieder. Ja, ja, ich steh ja schon auf. Der Buchmessentag beginnt. 5:35 Uhr Panik macht sich breit. Die üblichen Restaurationsarbeiten dauern doch länger, wenn man eigentlich noch schläft. Außerdem muss ich feststellen, dass man sich auf das Radio auch nicht mehr verlassen kann, Samstag morgens halb sechs Uhr gibt’s keine Nachrichten, Sauerrei! Schnell noch die Brote eingepackt und ab ins Auto. 6:00 Uhr Geschafft. Die Fahrt geht los. Begleitet von Andreas und Andreas (dem Sprachduktus nach das Berliner Pendant zu Klaus & Klaus) setzt sich ein fast voller Bus in Bewegung gen Süden. 6:10 Uhr Alles macht sich bereit, wieder einzuschlafen. Kurz bevor dieses Ziel erreicht ist, kommt die Reiseleitung zum Zuge und spricht die Begrüßungsworte. Nachdem das erledigt ist gibt man sich wieder dem Schlafe hin und hofft auf das beste. Ich bin die gefühlt einzige, die wach ist. Mein Mp3-Player hat sich vor einer Woche verabschiedet und das einduseln wird durch die regelmäßigen Kaffegänge von Andreas dem Zweiten verhindert. Neuerliches Fazit: Du hasst Busfahren, du könntest jetzt schön im Bett liegen und pennen – das war eine Schnapsidee. 7:15 Uhr Wir erreichen den Harz, dramatische Bilder spielen sich draußen ab. Es gießt in Strömen. Wenigstens ist kein Gartenwetter. Es hätte mich tierisch geärgert. 9:00 Uhr Kassel ist erreicht. Pause. Alles stürmt die Toiletten und danach die Kaffeebar. Ich fühle mich wie gerädert. Wenigstens regnet es nicht und ich kann ein bisschen rumlaufen. Andreas und Andreas haben offensichtlich großen Hunger, es werden 45 Minuten für die Pause veranschlagt. Die planmäßige Ankunft verschiebt sich auf ca. 12 Uhr (vorgesehen war eigentlich 11 Uhr). 10:00 Uhr Alle wieder da, weiter geht’s. Die Reiseleiterin erzählt zum Thema Buchmesse. Klasse, kann ich ne Menge von verwenden. Während wir uns die Kasseler Berge hochquälen, schreib ich schon mal auf, was bisher passiert ist, überlege, wie ich Aleksandar in dem Gewimmel dort finden soll und plane den Tag. 11:00 Uhr Mein Handy klingelt. Aleks ist schon da. Toll, ich nicht. Eine gewisse SMS-Konversation entwickelt sich. Ansonsten ist nicht viel zu tun. Ich versuche zu lesen. Warum lag das Buch eigentlich jahrelang in meinem Regal? Es ist doch verdammt gut? Ich wundere mich weiter und versuche, die letzte Stunde herum zu bekommen. 12:00 Uhr Angekommen. Nach einigen, offenbar hochschwierigen, Einparkmanövern dürfen wir dann auch aussteigen und die Messe stürmen. Die gesamte Horde von 40 Mann begibt sich direkt von Halle 10 zu Halle 3. Im Klartext: Rennt einmal über das Messegelände. Um halb eins soll es eine Führung mit Erläuterungen am Stand des G|U Verlages geben. Den heißt es also erstmal finden. Wie eine Hammelherde drängt man sich (natürlich immer gegen den Strom) quer durch Halle 3.0. Wir werden fündig und es ist sogar noch Zeit für die Klogänger ein solches zu suchen. 12:30 Uhr Beginn der Führung. Leider irgendwie ohne mich, weil ichs nicht mitbekommen hab. Gott sei Dank sind wir recht viele und wenn die auf einmal alle weglaufen, dann wird das wohl einen Grund haben. Also nichts wie hinterher. Zeitgleich erneuter SMS-Austausch mit Aleks, wir müssen uns ja auch noch irgendwie finden. Der nette Herr von G|U erzählt eine Menge. Besonders hängen geblieben ist: Was nicht geklaut wird, wird auch nicht gekauft. Eine etwas merkwürdige Methode, die Beliebtheit eines Buches zu testen, aber wenn's funktioniert. 13:00 Uhr Das erste obligatorische Messetütchen abgegriffen. G|U ist echt großzügig. Ein Kalender und ein kleines Kochbuch. Toll. Jetzt löst sich die Runde schlagartig auf. Binnen Sekunden ist vom Bus niemand mehr da. Nur ich. Egal, ich muss eh zurück zum Lübbe Stand. Aleks wartet da. 13:03 Uhr Aleks gefunden, beziehungsweise, präziser, Aleks hat mich gefunden. Ist aber auch nicht so schwer. Rote Haare, gewaltige grüne Tasche und das Kettenleser T-Shirt. Ich bin nicht zu übersehen. Das merken leider auch die anderen Messebesucher. Das Shirt erregt Aufmerksamkeit. Vorne steht „Kettenleserin“ drauf und hinten „Und was ist deine Sucht?“ irgendwo klar, oder? Jedenfalls werden mir den Rest des Tages viele Menschen vor die Füße laufen, weil sie mein Shirt lesen wollen. Ich find's gut, nur das auf-die-Füße-treten müsste nicht sein. 13:30 Uhr Agora, draußen, frische Luft. Geil. Erstmal ein bisschen Zeit zum quatschen, Pressekarte suchen und überlegen, was wir jetzt machen. 13:45 Uhr Die Entscheidung fiel auf Halle 5.0, wo die Gourmet Zone sein sollte. Diese ist allerdings recht enttäuschend, daher halten wir uns nicht lange auf. Statt leckerem Essen gibt es an jeder Ecke Cosplayer. Gefahr für Augen, Füße und ähnliches inklusive, denn riesenhafte Schwerter, Äxte und nutzlose Dreifach-Sensen sind offensichtlich Standardutensil. Hier ist klar im Vorteil, wer vorausschauend schlängelt und sich schnell ducken kann, sonst kann das schon mal ins Auge gehen. Auf dem Weg durchs Messeforum, wo die Fernsehsender ihren Platz haben, hört man mal Peter Maffay. Später erfahren wir, dass ne ganze Menge Stars da waren, von Elke Heidenreich über Ben Becker und Barbara Rudnik bis eben Peter Maffay. Gesehen haben wir irgendwie keinen davon. Aleks quengelt, er will eine Tüte. 14:00 Uhr Aleks quengelt immer noch. Da wir gerade am Kosmos-Stand vorbeikommen, kriegt er eine Tüte (allerdings ohne Inhalt), in die Hand gedrückt. Mit Abstechern über die Stände von Heyne und Langenscheidt (da gibt’s Wörterbücher für Fußball-Fachausdrücke – in drei Sprachen) machen wir uns auf den Weg zu Halle 3c, oder zumindest zu dem, was wir dafür halten. Dort sollen ein paar Teufel aus dem Federfeuer herumlungern, die wir gern treffen wollten. Leider haben die ein anderes 3c gemeint als das, was wir gefunden haben. Dumm gelaufen. 14:50 Uhr Ich möchte zum Stand vom Baumhaus-Verlag, weil dort eine Lesung ist, die ich gerne sehen möchte. Jetzt wäre es hilfreich zu wissen, wo der ist. Aleks erspäht mit absolut unfehlbarer männlicher Zielsicherheit die blondeste Blondine am Bertelsmann-Stand, die gerade nichts zu tun hat und fragt mal ganz dumm. Die Dame ist zum Glück sehr nett und hilft uns sofort weiter. Hierbei haben wir die Chance, einen Blick auf den Messekatalog zu werfen, der für 23 Euro erworben werden kann. Für das Ding alleine braucht man nen Trolley. Die Dinger sind die nächste Erfindung dieser Messe. Wer nicht mit 1000 Tüten bepackt ist, zerrt einen Trolley hinter sich her. Tolle Nummer, wenn man eh schon so Stolper-gefährdet ist wie ich. Immerhin hab ich mich nicht einmal auf die Klappe gelegt. 15:00 Uhr Nach kurzer Verwirrung meinerseits beginnt die Lesung von Stephan M. Rother, seines Zeichens Jugendbuchautor aus meinem kleinen Landkreis. Er macht die beste Werbung für uns, als er lauthals mein T-Shirt vorliest. Klasse. Es ist doch gut, in der ersten Reihe zu sitzen. Und auch die gute Frau, die das Interview geleitet hat, ließ es sich nicht nehmen, „die Kettenleserin“ ein paar mal zu erwähnen. Ich muss mal sehen, ob ich rausbekommen kann, wie sie heißt und mich bedanken. Ich hab dann auch noch ein Buch gewonnen, fand ich toll. Wobei der Autor teilweise die spontan gestellten Fragen der Moderatorin torpediert hat, was für viel Gelächter sorgte. 15:35 Uhr Wir setzen unseren Weg kreuz und quer durch die Hallen der deutschen Verlage fort. Interessantes und spannendes gibt es beinahe überall, Tüten für Aleks irgendwie nicht. Langsam wird er wirklich quengelig. Ich ergattere ein tolles Vampyr (mit y!)-Tattoo mit pinkem Umschlag für ihn. Die Errungenschaft wird irgendwie nicht so freudig aufgenommen, wie erhofft. 15:40 Uhr Wir haben die Stände der Sachbuchverlage erreicht. Bücher wie „10 Ratschläge für Menschen, die sich selbst im Wege stehen“ sorgen für meine Erheiterung. Aleks wirkt irgendwie nicht so begeistert. Ich tue so, als ob ich es nicht merke. Das sind doch alles olle Kamellen (wer wissen will, worum es geht, einfach mal fragen). 15:45 Uhr Wir sind immer noch an dem Stand mit den Ratschlägen. Hier gibt es Tüten, aber Aleks kann sich einfach nicht entschließen, eine mitzunehmen. Oh, jetzt doch, es kann also weitergehen. 15:50 Uhr Stände mit Straßenkarten – super, ich brauch noch eine von Irland, die gibt es aber nicht. Dafür ganz viele von Italien. Die will ich wiederum nicht. Also weiter. 16:00 Uhr Wir sind in der Bibelabteilung gelandet. Nichts gegen das Buch der Bücher, aber das kenn ich schon. Wir sehen also zu, dass wir weiterkommen. Ich will zu Droemer Knaur, aber ich find den Stand einfach nicht. 16:05 Uhr Ein Infostand auf der Zwischenebene ist meine Rettung, ich frage den jungen Mann nach besagtem Stand und kriege wortlos eine Zahl auf einen Plan gekrakelt. Gut, ich weiß, wo ich hinmuss, aber ein Wort wäre irgendwie auch nett gewesen. 16:07 Uhr Zurück zu den Bibeln, jedenfalls fast. Wir haben eine schöne Runde rund um den Stand von Droemer Knaur gedreht beim ersten Gang durch Halle 3.1. Dabei ist das Ding kaum zu übersehen. Der Verlag lässt sich wirklich nicht lumpen, auffällig in Orange und sehr groß mit einem gewaltigen Bücherrondell. Hier kann man schon einige Zeit zubringen. Ich habe noch einen Gutschein für eine Überraschungstüte, den ich einlöse und ein Buch dafür bekomme, sehr zuvorkommend. 16:15 Uhr Langsam kann ich nicht mehr. Lautstärke, die verbrauchte Luft in den Hallen und meine Füße machen mich fertig. Da es grad mal wieder trocken ist, setzen wir uns noch ein bisschen auf die Agora und schmökern im Kochbuch. 16:35 Uhr Es wird Zeit, sich auf den Weg zurück quer über das Messegelände zu machen. Der Bus fährt um 17:00 Uhr wieder ab. Die Zeit kann man jedoch prima zum quatschen und philosophieren nutzen. 16:55 Uhr Verabschiedung von Aleks, schade, dass der Tag so kurz war. Der Bus ist noch da, wo ich ihn verlassen habe. Durchaus von Vorteil. Ich bin eine der letzten, die eintrifft. Pünktlich geht es wieder gen Heimat. Allerdings landen wir gleich erstmal im Stau. Nach einigen Differenzen der Fahrgäste hinsichtlich der gespielten Musik (die Generation 60+ freut sich über die dudelnde Volksmusik, die jüngere Generation rund um mich herum rebelliert erfolgreich) kehrt erschlagene Ruhe ein. Keiner kann mehr wirklich. Die meisten duseln wieder ein. Viel machen kann man ja nicht. Höchstens in den ergatterten Büchern stöbern. Viele sind es aber meist nicht, da am Samstag nicht verkauft werden darf. 20:00 Uhr Pause. Dies Mal nur eine halbe Stunde. Großartiger Weise haben wir aber eine Busladung nicht mehr ganz nüchterner, natürlich vollkommen vorurteilsfreier [/Ironie], Fußballfans vor uns, die auch alle beim Burgerbrater unseres Vertrauens und ganz ohne M anstehen. Die halbe Stunde wird also recht knapp. Es ist aber zu schaffen. Auch dies Mal wird der Bus wieder voll und die Reise setzt sich fort. Da meinem Vordermann der Akku ausgegangen ist, entspinnt sich eine lange, ausdauernde Unterhaltung über Gott und die Welt, nur ab und an von Andreas Nr. 1 und der Reiseleiterin unterbrochen, die leichte Differenzen beim Thema Flirt haben. 21:55 Uhr Irgendwo bei Braunschweig, Raucherpause. Langsam werden die Fahrgäste unruhig. Ich will doch nur nach Hause. 22:30 Uhr Die große Verabschiedung beginnt. Bisschen früh, immerhin sinds noch ca. 44 Kilometer. Wir meutern. Da keiner auf uns hört, suchen wir uns eine andere Beschäftigung. Bücher einpacken dauert irgendwie nicht lang genug, egal, wie man es herauszögert. Bevor uns die Langeweile endgültig packt, planen wir einfach den nächsten Jerry Bruckheimer-Film. Wenn das Teil kein Blockbuster wird, dann fress' ich nen Besen. Es könnte allerdings etwas schwierig werden, den zu realisieren. Aber planen kann man ja mal. 23:05 Uhr Da! Endlich. Ich bin müde, meine Füße tun weh und heiser bin ich jetzt auch. Aber es war ein klasse Tag. Anstrengend, aber schön und auch durchaus sehr lustig. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß und ich werde es auch wieder tun. Das Buchmessen-Fieber hat mich gepackt. 23:20 Uhr Nun bin ich auch endlich zu Hause. Sobald das Internet an ist, werde ich überfallen. Schriftlich zumindest ^^ Schön, wenn sich jemand so freut. Ich geb mir noch ein bisschen Zeit zum runterkommen, dann schreib ich meinen ganz persönlichen Buchmessenbericht und dann werd ich in meinem Gewinn schmökern. 01:17 Uhr Feierabend - endgültig. Gute Nacht!
Nachtrag Ich habe ganz offensichtlich bleibenden Eindruck hinterlassen :) |
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