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Alterra - Der Krieg der Kinder (Maxime Chattam) [Buchvorstellung] PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lonice   
Sonntag, den 22. Januar 2012 um 10:42 Uhr

Cover Alterra - Krieg der Kinder

Es ist kaum mehr als ein halbes Jahr vergangen seit der Sturm die Welt von Matt und seinen Freunden vollkommen verändert hat. Statt durch New York zu streifen und vorm Computer zu sitzen zog die Gemeinschaft der Drei aus, um die böse Königin Malronce zu besiegen. Aber dieses Abenteuer ging nicht so aus, wie sie es sich erhofft hatten. Was bleibt nun zu tun, außer einen Krieg anzuzetteln, den die Kinder niemals gewinnen können?

Klappentext

Eine mächtige Königin.
Eine geheimnisvolle Karte.
Der Wettlauf gegen die Zeit beginnt!


Seit ein grauenvoller Orkan die Welt in eine andere verwandelt hat sind Matt, Ambre und Tobias auf der Flucht vor der unbarmherzigen Königen Malronce und ihrer Armee. Die Soldaten haben nur ein Ziel: die geheimnisvolle Karte, die Ambre auf ihrem Körper trägt in ihre Gewalt zu bringen. Wird es der Geheimschaft der Drei gelingen, sie rechtzeitig zu entschlüsseln, um die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren?

Daten


Autor: Maxime Chattam
Titel: Alterra – Der Krieg der Kinder
Genre: Fantasy/Sience Fiction
Verlag: PAN-Verlag
Seiten: 428
ISBN-10: 3426283077
ISBN-13: 978-3426283073
Preis: 16,99 € (Hardcover)

Wir danken dem Pan-Verlag ganz herzlich für das Rezensionsexemplar.

Rezension

Diese Rezension enthält große Spoiler zu den vorhergehenden Bänden Die Gemeinschaft der Drei und Im Reich der Königin. Auch zum eigentlichen Inhalt können Spoiler enthalten sein.

Tobias ist fort. Der Trovaderon hat ihn verschlungen und Matt und Ambre konnten nichts dagegen tun. Ihnen blieb nichts weiter übrig als die Flucht nach Eden, der Stadt der Pans.
Dort beginnen umgehend die Vorbereitungen für den Krieg, der unausweichlich scheint. Denn die Zyniks wollen mit aller Macht an Ambres Haut, denn sie enthält die Karte, die Malronce unbedingt haben will. Allerdings ist diese Tatsache nur der Gemeinschaft der Drei bekannt. Die Zyniks haben daher vor, sämtliche Kinder zu ermorden, bis sie die Karte endlich bekommen haben.
Matt und Ambre warnen die Pans in Eden und beraten sie, so gut sie können. Gleichzeitig haben beide ganz eigene Pläne.
Während Ambre zurück ins Reich von Malronce will, um das Geheimnis der Karte vor den Zyniks zu ergründen, hat Matt nur ein Ziel: Tobias befreien. Er ist sich sicher, dass sein Freund nicht tot ist, sondern nur von dem merkwürdigen Wesen eingesogen wurde.

Der Krieg der Kinder hält, was die Vorbände versprachen. Binnen weniger Seiten ist die Sogwirkung, die Chattam schon in ersten Band entfalten konnte, wieder da. Leider ist Der Krieg der Kinder genau wie Im Reich der Königin nicht in der Lage mit dem ersten Band mitzuhalten. Die Handlung geht oftmals zu schnell und zu oberflächlich an Dingen vorüber, die wichtig sind. Die ganze Geschichte rast nur so dahin. Sie verliert dabei allerdings nie an Spannung. Noch immer fesselt Alterra sehr und noch immer sind die Charaktere sympathisch. Jeder von ihnen hat seine ganz eigenen Dämonen, die ihn jagen. Viele hängen mit der Vergangenheit zusammen. Im Gegensatz zu den ersten Bänden wird das aktive Personal in Der Krieg der Kinder noch einmal deutlich erhöht und auch den neuen Fähigkeiten der Kinder, den Alterationen, wird deutlich mehr Raum eingeräumt.
Leider werden viele meiner offenen Fragen aus den Vorbänden nicht beantwortet, vieles wird nur im Vorbeigehen mit drei Sätzen abgehandelt. Das finde ich in diesem Falle wirklich sehr schade, da Maxime Chattam mit seinen Büchern etwas geschaffen hat, das sehr besonders ist, einfach weil die Ideen dahinter in dieser Form noch nie zusammengekommen sind. Hier kommt vielleicht auch wieder zum Tragen, dass es sich um ein Jugendbuch handelt – für die Jugend ist die Auflösung so vielleicht das nonplusultra, mir war sie etwas zu mau. Trotzdem gefällt mir das Buch unheimlich gut, einfach weil es ein guter Abschluss einer wundervollen Grundidee ist. Meinetwegen hätte es nur weitaus ausführlicher sein können.

Etwas ist mir beim Lesen aufgefallen. Die Geschichte erinnerte mich im Aufbau teilweise extrem stark an Märchenmond von Wolfgang Hohlbein. Die Art der Reise zurück ins Reich der Zyniks beinhaltete doch sehr viele Elemente, die mir bekannt vorkamen. Das macht das Buch allerdings nicht schlechter, ich habe mit Märchenmond meine exzessive Fantasy-Leidenschaft begonnen, ohne Märchenmond hätte ich Alterra wohl nie gelesen.

Mein Fazit: Eine Hatz durch eine Welt, die kaum atemberaubender sein könnte. Spannung, die einen nicht mehr loslässt, bis man die erlösenden letzten Worte gelesen hat. Alterra ist einfach wunderbar.

 

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 23. Januar 2012 um 19:53 Uhr
 
Das verbotene Eden (Thomas Thiemeyer) [Buchvorstellung] PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Katleah   
Samstag, den 29. Oktober 2011 um 14:25 Uhr

Cover Das verbotene Eden

Ein Virus baute die Feindschaft zwischen Mann und Frau auf. Nun flaut er so langsam ab – doch die Beteiligten sind in Gefahr …

Klappentext


Männer und Frauen.
Feuer und Wasser.
David und Juna.

Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den „dunklen Jahren“ leben Männer und Frauen in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städten hausen, haben Frauen in der wilden Natur ein neues Leben angefangen.

Nicht scheint undenkbarer und gefährlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der 17-jährigen Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer …

Daten


Autor: Thomas Thiemeyer
Titel: Das verbotene Eden. David und Juna
Genre: Fantasy/Dystopie
Verlag: Pan
Seiten: 459
Altersempfehlung: ab 14
ISBN 10: 3426283603
ISBN 13: 978-3426283608
Preis: 16,99€

Rezension


Die Menschheit wurde durch einen Virus infiziert, Männer und Frauen sind seitdem miteinander verfeindet. Alleine ein Abkommen untereinander sichert ihnen das gegenseitige Überleben, ohne bei jedem Aufeinandertreffen getötet zu werden.
Dennoch haben sie geringe Überlebenschancen und kämpfen für jeden Nachkömmling.
Doch das Abkommen wird gefährdet und die Frauen beschließen zu handeln, bevor sie noch mehr ihrer Gebäude und Frauen verlieren. Sie wollen zwei Männer entführen, brauchen Informationen über die Raffinerie, die in den Händen der Männer liegt.
Einer der Entführten ist der Mönch David, der nicht viel von der Lebens- und Handlungsweise seiner Mitmenschen hält. Für ihn sind die Frauen nicht so gefährlich, wie sie ihm immer geschildert werden.
Und der hat Recht. In Juna, einer 17-jährigen Kriegerin, findet er eine Gefährtin, die sich in ihn verliebt. Beide beweisen damit, dass das Virus nicht länger aktiv ist, sondern alles nur noch aus reiner Gewohnheit und Erziehung gehandhabt wird.
Doch nicht jeder steht ihrer Beziehung wohlgesinnt gegenüber …

Thomas Thiemeyer wurde 1963 geboren und ist ein deutscher Illustrator und Schriftsteller. Seine Bücher beziehen sich auf die Genre Abenteuer und Mystery. Mit „Das verbotene Eden“ startet er eine Dystopie-Trilogie, die 65 Jahre in der Zukunft spielt.

Erster Pluspunkt: das Cover. Obwohl ich nicht gerne echte Personenabbildungen auf Covern habe, gefällt mir dieses außerordentlich gut und passt definitiv zum Inhalt.

Der Autor hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Was mich hier sehr anspricht: man wird als Leser nicht in die Geschichte hineingeworfen. Im Gegenteil, man erfährt, wie der normale Alltag da abläuft, Vorurteile werden mit gewissen Geschehen erläutert und deutlich gemacht – all das, bevor David und Juna aufeinander treffen. Auch ihr eigener Alltag wird beschrieben.

Dafür braucht die Handlung aber auch über 200 Seiten, bis sie endlich ins Rollen kommt. Das ist mir persönlich schon wieder zu viel, weil es beinahe den halben Roman ausmacht.
Die Spannung baut sich nicht richtig auf. Als es dann zu den Geschehnissen kommt, die während der Handlung angedeutet werden, scheint endlich was zu passieren – bis die Spannung urplötzlich wieder abflaut.
Umso mehr freut es mich, dass es dann doch noch mal richtig spannend wurde – leider erst auf den letzten 50 Seiten.
Schön gemacht ist der Cliffhanger, der die Handlung zwar vom ersten Band abschließt, aber auch Lust auf mehr macht. Der Umbruch für das darauffolgende Buch wurde sehr schön eingeleitet und darauf vorbereitet.

Was ebenfalls ein Pluspunkt ist: die Karten sowohl am Anfang als auch am Ende des Buches, die die geographische Lage noch mal verdeutlicht.
Toll fand ich auch den krassen Gegensatz von der damaligen Welt und 65 Jahre später. Im Buch reiten die Frauen auf Pferde, während die Männer motorisierte Fahrzeuge benutzen.
Ebenso die Schriften aus der alten Zeit vor dem Virus, und nach dem Virus unterstreichen noch mal die damaligen und heutigen Ereignisse.

Trotz einiger Punkte, die mir nicht so sehr zugesagt haben, ist das Buch ein absoluter Pluspunkt, das man gelesen haben sollte.

Wir bedanken uns ganz herzlich beim PAN-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 29. Oktober 2011 um 21:36 Uhr
 
Zerbrechlich (Jodi Picoult) [Buchvorstellung] PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Katleah   
Samstag, den 24. September 2011 um 14:16 Uhr

Cover Zerbrechlich

Willow war ein absolutes Wunschkind, auch nachdem ihre Eltern erfahren haben, mit welcher schrecklichen Krankheit ihr ersehntes Kind auf die Welt kommen würde – doch nun müssen sie ihre gewollte Existenz verleugnen, um dieses Leben zu finanzieren ...

Klappentext

Willow, ihr lang ersehntes Kind, ist perfekt. Das ist das Erste, was Charlotte O’Keefe hört, als sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild sieht. Ja, es ist perfekt. Daran ändert auch Willows Krankheit nichts. Charlotte liebt ihr Kind abgöttisch und will nur eines: es beschützen. Denn Willow braucht allen Schutz der Welt. Beim kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Auch ihr Herz kann brechen. Genau das scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das Geld für die richtige Behandlung erkämpfen will. Sie verklagt ihre Frauenärztin. Die Krankheit hätte schon zu Beginn der Schwangerschaft erkannt – und die Eltern gewarnt werden können.
Charlotte muss behaupten, ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren worden ...

Daten

Autor: Jodi Picoult
Titel: Zerbrechlich
Genre: Drama
Verlag: Lübbe
Seiten: 622
Altersempfehlung: ab 14
ISBN 10: 9783431038286
ISBN 13: 978-3431038286
Preis: 19,99€

Rezension

Willow wurde mit Osteogenesis imperfecta geboren, der Glasknochenkrankheit. Schon im Mutterleib zog sie sich Brüche zu, bei der Geburt auch. Auch als sie fünf Jahre alt ist, hat sie schon ein haufen dutzender Knochenbrüche hinter sich, einige, die sogar schwer zu brechen sind ...
Die Kosten für die Familie steigen ins Unermesslich und für Charlotte O’Keefe ist schon von Anfang an klar gewesen, dass sie noch im hohen Alter ihre Tochter versorgen wird müssen – und nicht umgekehrt, wie es der Fall sein sollte.
Sie will Willow das Leben ermöglichen, dass sie nicht finanzieren kann, außer durch eine Möglichkeit: sie müsste auf ungewollte Geburt gegen ihre Gynäkologin klagen – ihrer besten Freundin.
Doch für die Mutter, die ihre Tochter um alles auf der Welt wollte, scheint unter dem Druck zusammen zu brechen. Sie behauptet sich gegen alle Vorurteile , und verliert dabei beinahe die Menschen, die ihr nicht egal sind, ihre Familie.

Jodi Picoult wurde 1967 auf Long Island geboren, später studierte sie Creative Writing in Princeton, sowieso Erziehungswissenschaften in Harvard.
Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren Kindern in Hanover, New Hampshire.
Die Autorin schreibt seit 1992 und dies mit großem Erfolg; ihre Werke wurden zahlreich ausgezeichnet. Derzeit erscheinen ihre Bücher in 35 Ländern – und sie gehört zu den beliebtesten amerikanischen Autorinnen weltweit.

Der Schreibstil der Autorin bewegt sich sicher in der Thematik; sensibel und gradlinig führt sie den Leser durch die Handlung, nicht ohne die üblichen Überlegungen aufkommen zu lassen, die den Leser beschäftigen.
Obwohl Jodi Picoults Romane selten mit etwas ganz Überraschendes aufwarten und sich das gleiche Schema in verschiedenen Varianten abzuspielen scheint (Krankheiten, schwierige Gerichtsfälle und Urteile), schafft sie es jedes Mal aufs neue einen zu fesseln. Ihr Schreibstil, die Thematik und die Konflikte, die während der Handlung entstehen, machen einen faszinierendes und berührendes Werk aus. Mit etwas über 600 Seiten ist es seinen Preis wert.
Was ebenfalls noch zu einem Pluspunkt, auch in diesem Punkt zählt, sind die verschiedenen Sichtweisen, in denen Picoult erzählt. Die Eltern kommen zu Wort, genauso wie die gemeinsamen Kinder, die Anwältin Charlottes und Piper Reece, ihres Zeichens die beste Freundin und Gynäkologin.

Mich hat das Buch sehr bewegt; es ist unglaublich, wie sehr man sich von dem Geschehen einfangen lässt, wie man beginnt darüber nachzudenken und was die einzelnen Entscheidungen hätten bewirken können ...

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 24. September 2011 um 14:45 Uhr
 
Ein Schnupfen hätte auch gereicht - Meine zweite Chance (Gaby Köster mit Till Hoheneder) [Buchvorstellung] PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lonice   
Dienstag, den 20. September 2011 um 19:12 Uhr

Cover Ein Schnupfen hätte auch gereicht

Anfang 2008 verschwand Gaby Köster, Comedian und Schauspielerin, plötzlich von der Bildfläche. Die laufende Tour wurde abgebrochen und es herrschte absolute Nachrichtensperre, die von ihrem Management auch gerichtlich durchgedrückt wurde. Gerüchte über den Tod von Gaby Köster blühten in sämtlichen Fanforen auf.
Am 07.09.2011 kam Gaby Köster mit einem Auftitt im Fernsehen zurück an die Oberfläche. Halbseitig gelähmt und mit einem Buch im Gepäck.

Klappentext

Gaby Köster ist wieder da! Und räumt auf! Mit Gerüchten und Lügen über ihre Krankheit. Schonungslos. Wahr und aufrichtig ehrlich. Mit großer Klappe und großem Herz! Laut und lustig. Sensibel und traurig. Eben 100% Gaby Köster. Wie man sie kennt und liebt.

Daten

Autor: Gaby Köster mit Till Hoheneder
Titel: Ein Schnupfen hätte auch gereicht – Meine zweite Chance
Verlag: Scherz
Seiten: 255
ISBN-10: 3502151881
ISBN-13: 978-3502151883
Preis: 18,95 €

Rezension

Wer Gaby Köster aus dem Fernsehen kennt, kennt eine agile Frau die offensichtlich Hummeln im Hintern hat. Gaby Köster zu sehen bedeutete viel Gestik, unendlich komisches Mienenspiel und vor allem: eine große Klappe.
Die große Klappe ist das einzige, was auf den ersten Blick von dieser Frau übrig geblieben ist. Im Januar 2008 erlitt Gaby Köster einen schweren Schlaganfall. Sie war damals 46 Jahre alt. Von einem Moment auf den anderen wurde von einer überaktiven Frau ein bettlägeriger Schwerstpflegefall. Denn der Körper spielte nicht mehr mit. Frau Köster musste ins Koma gelegt werden, ein Stück ihres Schädels wurde entfernt um dem anschwellenden Gehirn Platz zu machen. Sie kam zurück aus dem Koma, aber die Linke Seite will bis heute nicht so wie sie.

Nach über drei Jahren bricht Gaby Köster nun ihr Schweigen und erzählt in diesem Buch ihre ganz persönliche Geschichte vom Leben vor und nach dem Schlaganfall.

Leider hetzt sie dabei vollkommen wirr durch die Zeiten, springt von ihrer Frühzeit im Kneipenviertel von Köln auf den Urlaub vor dem Anfall, danach zurück auf die Bühne, um dann auf das Leben ihres Sohnes zu kommen. Ein wüstes Durcheinander, dass es dem Leser schwer macht, mit zu kommen.
Das ist Gaby Köster, es steckt in diesem Buch unendlich viel Persönlichkeit, das nehme ich ihr sofort ab, aber wer ein Buch veröffentlicht, sollte auch an den Leser denken; hier wäre sicherlich auch der Verlag in der Pflicht gewesen.

Das was Gaby Köster erzählt ist interessant. Es gibt einen guten Einblick in das Leben eines preisgekrönten Comedians in Deutschland. Leider fehlt für die Zeit nach dem Schlaganfall diese Nähe, die Gaby Köster in den alten Erzählungen schafft. Sie hat etwas schreckliches hinter sich. Sie hat ihre Würde und ihre Selbstbestimmung mit der Fahrt ins Krankenhaus abgegeben und sie bis heute noch nicht komplett wieder erhalten, weil ihr Körper nicht mitspielt. Ich kann sie sehr verstehen. Ich kann auch verstehen, dass es unendlich schwer fällt so auf das Leben zu blicken, wie es Gaby Köster in diesem Buch tut. Schonungslos, aber mit der gleichen zynischen Schnauze, die ihr so zu eigen ist. Jeder Mensch, der einmal ins Krankenhaus musste und nicht mehr so konnte, wie er wollte, weil der Körper sich gegen einen richtet wird verstehen können, dass sie vieles einfach lieber im Dunklen lässt.

Allerdings geht es in diesem Buch weniger um die zweite Chance, weniger um den Kampf gegen den eigenen Körper, als mehr darum, was Gaby Köster einmal war und wer sie begleitet hat auf ihrem langen Weg zurück. Das ist auch vollkommen in Ordnung, nur wird leider auf dem Cover und dem Klappentext eine andere Erwartungshaltung geschürt. Denn man erwartet die Geschichte von Frau Kösters Schlaganfall, von ihrem Kampf zurück. Natürlich auch von den Menschen und dem Leben vorher, aber mehr Augenmerk auf das, was sie durchmachen musste.

Dieses Buch schrieb ein Mensch, der beinahe gestorben wäre. Ein Mensch, der sein bisheriges Leben komplett begraben musste. Ein Mensch, der bis heute nicht die komplette Kontrolle über seinen Körper hat. Ein Mensch, der sicherlich mehr als einmal mit seinem Schicksal gehadert hat. Es ist unglaublich schwer zu begreifen was es heißt, die Kontrolle zu verlieren.
Umso beeindruckender ist der Schritt, den Gaby Köster gewagt hat. Auch wenn sie vieles aus der Zeit nach dem Schlaganfall nur anreißt kann man doch erahnen, wie viel Kraft es sie gekostet haben muss, nur diese kleinen Dinge zu erzählen. Und wie viel mehr Kraft es sie gekostet haben muss, überhaupt so weit zu kommen.

Was mich allerdings etwas ärgerlich zurücklässt ist der horrende Preis. Fast 20 Euro für ein Buch von nicht einmal 300 Seiten zu verlangen ist schon heftig. Da tut der Verlag weder sich noch Frau Köster einen Gefallen mit.

Fazit: Ein schonungslos offenes und ehrliches Buch, das aber trotzdem um den heißen Brei herum tanzt. Für Gaby Köster-Fans auf jeden Fall geeignet, für Menschen die etwas über Schlaganfälle und das Leben damit lesen wollen allerdings nur bedingt geeignet.

 
Angstspiel (Birgit Schlieper) [Buchvorstellung] PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Katleah   
Samstag, den 17. September 2011 um 07:21 Uhr

Cover Angstspiel

Sie hat ihm vertraut, ihm Gefühle und Gedanken mitgeteilt, die sie niemanden sonst erzählt hatte – und jetzt verfolgt er sie, verspottet sie, jagt ihr Angst ein.

Klappentext

„Für einen kurzen Moment stelle ich mir vor, ich erzähle jetzt alles. Dass ich verfolgt werde. Beleidigt. Verhöhnt. Dass ich beobachtet werde, nirgends sicher bin. Dass sich jemand in mein Leben geschlichen hat, sich dort versteckt und mich quält.“

Ein Internet mit ungeahnten Folgen: Lindas anonyme Chatroom-Bekanntschaft scheint zunächst völlig harmlos. Trotzdem ist Linda anfangs nicht so unbedacht, ihre Kontaktdaten herzugeben. Doch der Unbekannte entpuppt sich als raffinierter Stalker, der Lindas intimste Geheimnisse zu kennen scheint ...

Daten


Autor: Birgit Schlieper
Titel: Angstspiel
Genre: Thriller
Verlag: cbt
Seiten: 332
Altersempfehlung: ab 14
ISBN 10: 357016084X
ISBN 13: 978-3570160848
Preis: 9,99 €

Rezension

Seit Luise ihre Ausbildung macht und Linda nun ohne ihre Zwillingsschwester das Abitur macht, fühlt sie sich allein. Immer war Luise an ihrer Seite und auf einmal soll sie alleine durchs Leben gehen?
An der neuen Schule wird Linda sofort von einer Mitschülerin, Julchen, eingeführt, unter anderem auch in einen Chat, in dem hauptsächlich Leute aus ihrer Schule und Umgebung angemeldet sind. Linda gefällt das; so kann sie mitreden, wenn sie es will, wird nicht angeschaut, wenn sie redet oder schaut einfach nur zu.
Eines Tages trifft sie im Chat auf Kaktus und findet in ihm eine verwandte Seele. Er scheint genau wie sie zu denken! Trifft mit Worten ihr Herz, scheint sie zu verstehen und sie versteht ihn.
Doch auf einmal meldet er sich nicht mehr. Hat sie ihn verschreckt?
Kurz danach beginnen die Angriffe gegen ihre Persönlichkeit. Fotos vom letzten Sommerurlaub, sie nur im Bikini, werden so bearbeitet, dass sie nackt darauf zu sehen ist – mit einer Monsteroberweite. Angehauchte Herzen auf ihrem Fenster, um ihr zu verdeutlichen, wie gut er sie kennt – und wo sie wohnt. Statements – unter ihrem Namen – gegen ihre Mitschüler und Lehrer. Die manipulierten Bilder auf Sexwebsiten mit ihrer Handynummer. Julchens Hund, der vergiftet wird, ein Eindringling in der Wohnung ihres Großvaters.
Der Stalker macht sie wahnsinnig und Linda geht felsenfest davon aus, dass es sich um „Kaktus“ aus dem Chat handelt. Erzählen tut sie niemanden was davon – niemanden aus ihrer Familie, denn die würden ihr nicht glauben oder ihr sagen, sie soll sich nicht so anstellen. Nur Julchen weiß Bescheid und mit ihr zusammen versucht Linda hinter die Person zukommen, die sie nervlich zu fertig macht ...
Und Julchen findet heraus, dass es sich bei Lindas Stalker keineswegs um „Kaktus“ handelt. Plötzlich steht Linda einer unbekannten Variabel gegenüber, die viel angsteinflössener ist, als wenn es „Kaktus“ gewesen wäre.

Birgit Schlieper wurde 1968 in wurde in Iserlohn geboren. Sie studierte Amerikanistik, Romanistik und Anglistik, hat dies aber abgebrochen und nahm das Angebot eines Zeitungsvolontariat an. Derzeit arbeitet sie als Kulturredakteurin und Autorin.

„Angstspiel“ erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, dass nicht sehr viel Vertrauen in sich selbst hat. Der Schreibstil ist flüssig und eindrucksvoll, der Inhalt gut nachvollziehbar. Auch baut sie Spannungen an den richtigen Stellen auf, was den Leser dazu bewegt, immer weiter lesen zu wollen.

Mir hat das Buch gefallen, weil ich das Thema ganz interessant finde. Und es ist mal eine andere Sichtweise, dass es nicht langfristig jemand aus dem Internet ist, den man nicht kennt, sondern jemand aus der unmittelbaren Umgebung. Der Sprung zwischen „‚Kaktus‘ ist es nicht“ und „es ist jemand anderes“ ist sehr eindrucksvoll und Lindas erstes Erleichterung bis hin zu der puren, noch größeren, Angst beeindruckend.
Ein Buch, dass ich Jüngeren empfehlen würde – denn auch wenn die Gefahr nicht immer von außen kommt, sollte man trotzdem darauf achten, was man von sich preis gibt.

 
[Buchvorstellung] Hochprozentiges Spiel (Christine Biernath) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Katleah   
Sonntag, den 12. Juni 2011 um 10:29 Uhr

 

 

Ohne Alkohol ging nie was. Egal ob bei der Pyjamaparty zu ihrem Geburstag, den Veranstaltungen in der Stadt. Doch dann wurde der Alkohol zu Annas Verhängnis ...

Klappentext

Anna, Luise, Vivien und Merle - zusammen sind sie unschlagbar. Und jede Menge Spaß haben sie auch: ob bei Annas fünfzehnten Geburstag, beim Vorglühen für die nächste Party oder beim Altstadtfest. Und was Hochprozentiges für die Stimmung ist immer dabei, dafür sorgen schon die Jungs aus der Klasse. Wie auch bei der Party am Baggersee – nur ist danach für Anna nichts mehr, wie es war ...

Daten

Autor: Christine Biernath
Titel: Hochprozentiges Spiel
Genre: Drama
Verlag: Gabriel
Seiten: 189
Altersempfehlung: ab 13
ISBN 10: 9783522301572
ISBN 13: 978-3522301572
Preis: 12,90€

Rezension

Anna ist erst fünfzehn, doch für sie und ihre Freundinnen gehört Alkohol einfach dazu, wenn sie Party machen wollen. Ohne? Das ist doch was für Babys!
Über die Konsequenzen machen sie sich keine Sorgen, auch dann nicht, wenn sie eine betrunkene Freundin auf dem Weg nach Hause einfach liegen lassen oder sich so weit betrinken, dass sie am nächsten Morgen nicht mehr wissen, was am Abend zuvor war.
Doch dann holt sie ihre Unvorsichtigkeit ein, als ein schrecklicher Unfall passiert, der Annas Leben von Grund auf ändert – und sie zu einer Außenseiterin macht, nicht nur in ihrem eigenen Körper ...

Christine Biernath wurde 1961 in Weilheim an der Teck geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihrem Sohn im Nürnberger Land.
Sie ist eine deutsche Jugendbuchautorin, ihr erstes Buch „Innen sieht es anders aus“ wurde 2005 veröffentlicht.

Im Gegensatz zu diversen anderen Büchern von Christine Biernath fand ich dieses jetzt nicht sonderlich überragend, obwohl es genauso viel Spannung aufweist. Dem Leser wird erst nach und nach klar, worum es sich bei der Tragödie, die Annas Leben ereilt, handelt, was die eben erwähnte Spannung aufkommen lässt.
Die Autorin hat bei diesem Buch die Ereignisse aufgeteilt – es wird aus der Gegenwart erzählt und Rückblickend auf die vergangenen Ereignisse.
Ein Buch, das sich für jüngere Leser eignet.

 
Immer schön cool bleiben (Uta Rupprecht [Hrsg.]) [Buchvorstellung] PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lonice   
Donnerstag, den 09. Juni 2011 um 18:40 Uhr

Cover Immer schön cool bleiben

Sommer, das bedeutet Sonne, Strand, Freizeit, Urlaub und Erholung. Es bedeutet auch viel Zeit zum Lesen. 14 Autorinnen erzählen ihre ganz eigene Version von Sommer, Liebe und Erholung. Oder eben dem Gegenteil dazu.

Klappentext

Sommer, die schönste Jahreszeit? Von wegen! Gigantische Mückenschwärme warten auf ihr nächstes Opfer, und penetrante Nacktbader können einem das Strandvergnügen gründlich verderben.
Ob Handwerker, die nie kommen, ein ganz und gar unharmonischer Urlaub im Kreis der Familie oder halbseidene Männerbekanntschaften – der Sommer hat so seine Tücken.

Neben vielen anderen erzählen Hera Lind, Bettina Haskamp und die Brigitte-Autorinnen Regina Kramer, Vera Sandberg und Barbara Schaefer in bisher unveröffentlichten Geschichten von unverhofften Pannen, mysteriösen Begegnungen und erotischen Verwicklungen.

Daten

Autor: Diverse, Herausgeberin: Uta Rupprecht
Titel: Immer schön cool bleiben
Verlag: Diana
Seiten 382
ISBN: 978-3-453-35577-4
Preis: 8,99 €

Rezension


14 Autorinnen bedeuten auch 14 völlig verschiedene Stile und 14 völlig verschiedene Geschichten. Es gibt allerdings eines, dass sie eint: Sie schreiben in erster Linie Geschichten, die Frauen gefallen. Es ist daher kein Wunder, dass sie in einer Anthologie der Frauenzeitschrift Brigitte vereint wurden.
Es sind allesamt Geschichten rund um den Sommer, wie schon der Untertitel „Das BRIGITTE-Sommerlesebuch“ verrät. Sie handeln von völlig unterschiedlichen Versionen dieses Themas. Es gibt Geschichten mit Happy End, Geschichten, die einen etwas ratlos zurück lassen und Geschichten, die nicht im Happy End enden.
Nicht jede hat mir gefallen. Obwohl ich in der letzten Zeit einen Faible für das Genre „Frauenbuch“ entwickle bin ich mit den meisten der Geschichten nicht sonderlich warm geworden.
Es gab zwei oder drei, die mir wirklich gut gefallen haben, der Rest läuft für mich leider unter „Ferner liefen“. Es gab keinen Zauber, keine Romantik, die mich erfasst hätte. Trotzdem hat das Buch lediglich einen sonnigen Nachmittag gehalten.
Unterhalten hat es mich also schon. Tatsächlich gab es nur eine Geschichte, bei der ich mich wirklich zwingen musste, nicht gelangweilt weiter zu blättern.
Was überhaupt nicht zum gesamten Stil der restlichen Anthologie passen wollte war die Geschichte der Bestseller-Autorin Kate Morton. Während alle anderen Geschichten von Frauen in der Blüte ihres Lebens erzählten, erwachsen, selbstständig und meistens auch emanzipiert, war der Text Kate Mortons eine Erinnerung an Kindertage, eine Reise in die Vergangenheit eines kleinen Mädchens irgendwo in Australien, dass die Oma in Brisbane besuchen fährt. Eine nette Geschichte, sehr stimmungsvoll erzählt, aber trotzdem für diese Anthologie und ihre weiteren Inhalte völlig unpassend.
Begeistert hingegen haben mich die Erzählungen von Claudia Toman, Stefanie Gerstenberger und Anette Göttlicher. Sie hatten all das, was ich mir von einer leichten Sommergeschichte wünsche: Romantik, ein wenig dieses wundersamen Zaubers, der den heißen Sommertagen, die das Hirn ausschalten innewohnt und eine Geschichte, die es sich zu erzählen lohnte. Bei Frau Gerstenberger war der Schluss etwas abrupt, sodass ich das Gefühl hatte, dass eine wesentlich längere Geschichte gekürzt wurde. Aber es tat dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

Fazit: Ein nettes Buch für einen Sommernachmittag am Strand oder auf der Sonnenliege im Garten. Keine Hochliteratur, aber ein nettes Lesevergnügen für Frauen und Männer, die zu ihrer romantischen Ader stehen.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 13. Juni 2011 um 18:49 Uhr
 
[Buchvorstellung] Flüsterndes Gold (Carrie Jones) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Katleah   
Donnerstag, den 02. Juni 2011 um 12:15 Uhr

Cover Flüsterndes Gold

Nach dem Tod ihres Vaters zieht Zara zu ihrer Großmutter nach Maine. Langsam lebt sie sich dort ein, doch schon bald machen merkwürdige Ereignisse ihr Leben spannender, als sie es gewollt hätte.

Klappentext

„Nick? Bist du da draußen?“
Und da höre ich es, das wütende Geheul eines Hundes. Ich erstarre.
Und dann höre ich etwas noch Schlimmeres. Vom Waldrand kommt heiseres Flüstern. Es ist nicht Nicks Stimme, aber ich erkenne sie.
Ich habe sie gestern Abend gehört, als ich laufen war.
„Zara“, sagte sie. „Komm zu mir.“


Zara zieht zu ihrer Großmutter ins einsame und verschneite Maine, und gleich am ersten Schultag verliebt sie sich in Nick – Nick, der sie vor dem seltsamen Fremden beschützt, der ihr immer wieder auflauert, und Nick, der ihr nicht nur die dunkle Seite ihrer idyllischen neuen Heimat offenbart, sondern selbst ein übernatürliches Geheimnis hat ...

Daten

Autor: Carrie Jones
Titel: Flüsterndes Gold
Genre: Fantasy
Verlag: cbt
Seiten: 348
Altersempfehlung: ab 13
ISBN 10: 3570160602
ISBN 13: 978-3570160602
Preis: 14,99€

Rezension

Widerwillig zieht Zara nach dem Tod ihres Vaters zu ihrer Großmutter nach Maine, um dort ein neues, anderes Leben aufzubauen.
Eine neue Schule, neue Freunde, neue Umgebung. Zara kämpft sich durch und gleich am ersten Tag fällt ihr der geheimnisvolle Nick auf, der immer wieder ihre Anwesenheit sucht.
Doch Zara scheint nicht alleine nach Maine gekommen zu sein. Schon am Flughafen fiel ihr ein merkwürdiger Fremder auf, der sie nun auch an anderen Orten heimzusuchen scheint. Entgegen ihrer vorzeitigen Meinung, sie würde ihn sich nur einbilden, muss sie erkennen, dass dem nicht so ist und ihre neuen Freunde diese Mann ebenfalls sehen.
Schon bald erkennt Zara, dass sie sich in großer Gefahr befindet. Und dass nicht nur Nick etwas vor ihr zu verheimlichen scheint, sondern auch der im Rollstuhl sitzende Devyn und ihre Großmutter.
Stimmen die Legenden, dass in der Gegend schon früher Feen ihr Unwesen getrieben haben? Zara will dem auf den Grund gehen und rennt unwissend weiter in längst vergessende Geschehenisse – die sich nun zu wiederholen scheinen.

Carrie Jones lebt derzeit in Maine und arbeitet dort auch. Sie studierte kreatives Schreiben am Vermont College, danach fing sie als Redakteurin für Zeitschriften und Zeitungen an zu arbeiten; nebenher schrieb sie Jugendbücher.
„Flüsterndes Gold“ ist bereits ihr drittes Buch und stand wochenlang auf der New York Times Bestsellerliste.

Der Schreibstil ist flüssig, die Autorin weiß sich zu verständigen und einen interessierten Leser einzubinden. Mit 348 Seiten hat es eine angenehme Länge und dürfte auch nicht länger sein.

„Flüsterndes Gold“ hat mich angezogen, weil es dort um Wölfe gehen sollte. Das war das, was ich gehört hatte, bevor ich es las und es war auch das, was mich dazu bewogen hat, es überhaupt zu lesen. Nach diesen ganzen Feen- und Vampirhandlungen wollte ich endlich mal was über Wölfe lesen –nachdem ich „Nach dem Sommer gelesen habe“.
Umso enttäuschter war ich, als ich herausfand, dass Wölfe nicht mal eine so große und alleinige Handlung spielten, wie ich es für mich erwartet hat. Stattdessen wurde ich wieder mit Feen konfrontiert. Das alleine hat meine Meinung schon negativ geprägt. Dann musste ich auch noch feststellen, dass der Schreibstil, der so hoch gelobt wurde, überhaupt nicht meines ist. Es fesselte mich nicht, zog mich nicht in die Handlung und einzelne Stränge erinnerten mich an andere Bücher.
Fazit: Ich mochte es nicht. Und ich habe für mich selber beschlossen, dass ich die Fortsetzung nicht lesen werde, dafür hat mich das Buch zu wenig interessiert.

 

 
Für immer und ledig? (Henrike Heiland) [Buchvorstellung] PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Katleah   
Sonntag, den 08. Mai 2011 um 12:21 Uhr

Cover Für immer und ledig?

Heiraten ist Tillys größte Traum. Doch just erwischt sie ihren Verlobten mit der Zweiten Geige beim Sex und ihre Schwester will nun doch als erstes unter die Haube kommen ...

Klappentext


Drei sind einer zuviel im Siebten Himmel

Was für ein Theater: Tilly erwischt ihren Freund mit der Zweiten Geige im Orchestergraben. Nun spielt sie wieder solo und das nicht nur am Klavier. Ist es da nicht ein Wink des Schicksals, als sexy Marc wieder in ihr Leben tritt? Jäh wird die frisch Verliebte jedoch aus dem Siebten Himmel geworfen: Marc ist der Mann, den ihre Besserwisser-Schwester Fina heiraten wird.
Und Tilly soll die Brautjungfer sein! Aber wer sagt, dass Schwestern ein Herz und eine Seele sein müssen? Das waren sie nie und sind es erst recht nicht, wenn die Hochzeitsglocken läuten. Fragt sich nur, für wen.

Daten

Autor: Henrike Heiland
Titel: Für immer und ledig?
Genre: Komödie
Verlag: Heyne
Seiten: 269
Altersempfehlung: ab 13
ISBN 10: 3453407792
ISBN 13: 978-3453407794
Preis: 7,99€

Rezension

Tillys Schwester ist all das, was Tilly nicht ist. Fina ist wunderschön, unglaublich begabt, beliebt und vor allem der Mittepunkt im Leben ihrer Eltern. Nur eines hat Tilly Fina voraus: im Gegensatz zu ihrer kleinen Schwester will Fina nie heiraten.
Kein Wunder, dass Tilly so auf das Heiraten versessen ist, um ihrer Schwester wenigstens einmal zu übertrumpfen.
Das Problem: zum Heiraten braucht man immer zwei. Und da Tilly ihren Freund gerade erst mit der Zweiten Geige im Orchestergraben bei einer sehr eindeutigen Beschäftigung gefunden hat, rückt nun auch dieser Plan wieder in weite Ferne.
Was für ein Glück, dass ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt ihre Studentenliebe Marc wieder in Hamburg ist! Dass sie Hiobsbotschaft nicht lange auf sich warten lässt, scheint völlig klar zu sein: Fina kommt nach Hamburg zurück – und will heiraten.
Tilly fühlt sich zurückgestoßen, nicht mal das konnte sie Fina tun. Oder überhaupt tun.
Doch Tilly wäre nicht Tilly, wenn sie nicht ein Plan im Hinterstübchen hätte ... und mit Hilfe ihres besten Freundes Tim versucht sie alles, um doch noch als erstes unter die Haube zu kommen.

Henrike Heiland wurde 1975 geboren und wuchs zweisprachig auf. Sie pendelte zwischen Deutschland und Großbritannien hin und her, was heute ihrer Übersetzungsarbeit zu Gute kommt.
Schon im Kindesalter lernte sie Klavier zu spielen und hatte so, neben ihrer Leidenschaft zur Literatur, noch eine: die Musik.
Heute arbeitet Henrike Heiland als Autorin, unter anderem auch für Drehbücher, Redakteurin und Übersetzerin, und lebt in Hamburg.
Sie schreibt nicht nur Unterhaltungsromane, sondern auch Krimis, sowohl unter diesem Namen als auch unter ihrem Pseudoynm Zoë Beck.

Bisher habe ich nur die Thriller der Autorin gelesen, die ich schon genial konstruktiert waren. Dies war auch der Grund, warum ich mich an „Für immer und ledig?“ gewagt habe und ich habe es nicht bereut. Der Schreibstil der Autorin reißt einen mit, Humor mischt sich mit Mitleid zur Protagonistin.
Auf knapp 260 Seiten schildert Henrike Heiland Tillys Bemühungen zu heiraten, wo das einzige Ergebnisse dessen ist, dass ihre Freunde nach und nach mit ihr Schluss machen.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen, es unterhält bis zur letzten Seite und lässt den Leser mit Tilly mitfiebern.

 
Die Braut von Assisi (Brigitte Riebe) [Buchvorstellung] PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lonice   
Mittwoch, den 04. Mai 2011 um 16:39 Uhr

Cover Die Braut von Assisi

Umbrien 1226: An einem Tag im Oktober stirbt ein Mann, der die Geschichte der Stadt Assisi auf immer verändert hat. Sein Name war Giovanni Battista Bernardone, aber gekannt hat ihn alle Welt als Franziskus von Assisi, den Mann, der in bitterster Armut leben wollte und damit Jesus Christus nacheiferte.
Im Jahre 1253 trifft der deutsche Franziskaner-Bruder Leo in Assisi ein. Er hat eine große Aufgabe. Madre Chiara, eine enge Freundin des längst verstorbenen Heiligen und Gründerin des franziskanischen Nonnenordens erbittet beim Papst zum wiederholten Male die Anerkennung ihrer Ordensregeln. Leo soll dem heiligen Vater berichten, ob dies auch angemessen sei. Aber seine Nachforschungen werden von einigen rätselhaften Toden überschattet und er stößt auf eine Mauer des Schweigens.

Klappentext


Von einem, der auszog, Grenzen zu überschreiten

Assisi, Anfang des 13. Jahrhunderts: Er speist mit den Armen und gibt den Tieren eine eigene Stimme: Franz von Assisi. In der Äbtissin Klara findet er seine treueste Anhängerin und Weggefährtin. Doch was beide wirklich verbindet, darf niemand erfahren, und so wird ihr Geheimnis hinter den Mauern des Klosters Damiano streng gehütet. Bis an diesem heiligen Ort in Umbrien dreißig Jahre später eine Nonne auf ungeklärte Weise sterben muss …

Daten

Autor: Brigitte Riebe
Titel: Die Braut von Assisi
Verlag: Diana Verlag
Seiten: 496
ISBN-10: 9783453290808
ISBN-13: 978-3453290808
Preis: 19,99 €

Wir danken dem Diana Verlag ganz herzlich für das Rezensionsexemplar.

Rezension

Die titelgebende Braut von Assisi ist die junge Stella, das Mündel eines reichen Kaufmannes in der Stadt. Sie wurde als Kind von ihm und seiner Frau adoptiert und ist gemeinsam mit deren leiblicher Tochter Illaria aufgewachsen. Die beiden jungen Frauen sind einander so nahe, wie es auch leibliche Geschwister wären, allerdings lässt die Mutter Stella immer wieder merken, dass sie nur aus Mitleid aufgenommen wurde und dankbar zu sein hat.
Die Töchter sollen nun vermählt werden, mit zwei jungen Männern, Edelleuten sogar, die auch noch Cousins sind. Während Illaria ihr Glück kaum fassen kann und ständig mit ihrem Verlobten turtelt ist Stella gar nicht sonderlich von dem ihr zugedachten Carlos begeistert. Aber sie fügt sich, denn etwas anderes bleibt ihr kaum übrig.

Zeitgleich kämpft sich der Franziskaner Bruder Leo über die Alpen in Richtung Assisi, im Gepäck eine große Aufgabe. Er wurde von einem der Obersten seines Ordens als Visitator bestimmt und soll nun im Nonnenkloster San Damiano in Assisi der Frage nachgehen, ob die Frauen dort eine eigene Ordensregel haben dürfen, von ihrer Äbtissin, Madre Chiara selbst verfasst. Er trifft durch Zufall auf Stella und deren Familie, die ihn bei sich aufnimmt und macht sich daran, seine schwierige Aufgabe zu erfüllen. Stella, die von ihrer früheren Amme die deutsche Sprache gelernt hat, steht ihm dabei zur Seite, so gut sie es nur kann.

Als dann zunächst eine Nonne und dann der örtliche Einsiedler mysteriösen Unfällen zum Opfer fallen wird Leo misstrauisch und beginnt, intensiver nachzuforschen. Schnell ist ihm klar: Nur wenn er das Rätsel um die Tode aufklärt, kann er seinem Vorgesetzten mit gutem Gewissen gegenübertreten und eine Entscheidung fällen. Seine Beziehung zu Stella wächst sich dabei zu einem Problem aus, das junge Mädchen hat sich offensichtlich in ihn verliebt …

Brigitte Riebe befasst sich in dem vorliegenden Buch mit einem der interessantesten Heiligen der katholischen Kirche. Franziskus von Assisi war zunächst ein Playboy, ein Lebemann, der das Geld seines reichen Vaters ohne Reue verprasste. Krieg und Kämpfe änderten seine Haltung zum Leben. Franziskus schwor dem Geld ab und ging von da an nur noch in einfachsten Gewändern und ohne Schuhe durch die Welt. Dabei war er ein unglaublicher Menschen- und Tierfreund. Er war angeblich der erste, der Tieren eine Seele und eine Persönlichkeit zubilligte.
Soweit die Legenden rund um Franziskus. An seiner Seite war lange Jahre die Nonne Klara oder Chiara, die ihn schon zu Lebzeiten wie einen Heiligen verehrte. Sie wollte leben wie er und forderte dieses Privileg (was es zu damaligen Zeiten tatsächlich war) energisch ein.

Rund um diese beiden schillernden Charaktere hat Frau Riebe eine Geschichte gelegt, die sich zwar langsam entwickelt, aber doch sehr an Fahrt aufnimmt. Sie legt in diesem Buch sehr viel Wert auf die Atmosphäre und beschreibt die Orte, an denen Franziskus gewirkt hat, so lebendig, dass man das Gefühl hat, selbst dort zu sein.
Aber nicht allein die Landschaftsbeschreibungen machen die Lesefreude aus. Bruder Leo und Stella werden in einen Kriminalfall hineingezogen, der brisanter nicht sein könnte. Es geht um Unzucht, Liebe, Leidenschaft und deren Ergebnisse. Menschen sterben, scheinbar durch Unfälle, aber doch nicht ohne Grund. Leo findet immer wieder Hinweise und Pergamentfragmente, aber der Fall will sich einfach nicht klären lassen. Die Beziehung der beiden Hauptfiguren macht die Ermittlungen dabei nicht einfacher.

Frau Riebe ist ein schöner und vor allem spannender Roman gelungen, der mich sehr gefesselt hat. Sympathische Charaktere, deren innere Zerrissenheit gut rüber kommt und ein Setting, das traumhafter nicht sein könnte. Die geschichtlichen Hintergründe sind gut recherchiert und man hat nie wirklich das Gefühl, in der mit dünner Mittelaltertünche versehenen Moderne zu sein, wie es leider in historischen Romanen jetzt oft der Fall ist.
Stella ist ihrer Zeit in manchen Dingen zwar voraus, gleichzeitig aber doch ganz Kind ihrer Lebensumstände. Genauso geht es Leo. Zentrales Motiv des Romans ist die Liebe, in all ihren Formen. Die platonische Liebe zwischen Freunden, die Liebe zwischen Eltern und Kindern, aber auch die Liebe zwischen Mann und Frau. Sie ist die treibende Kraft der Geschichte und sie taucht immer wieder als Motiv auf.

So wie die Geschichte zunächst ein wenig Zeit brauchte, um in Schwung zu kommen, so plötzlich war sie dann auch wieder vorbei. Die Auflösung ging mir persönlich dann doch etwas zu schnell und zu einfach. Dinge, die mich in meinen Grundfesten erschüttert hätten, wurden von Leo und Stella einfach als gegeben hingenommen. Nein, das war dann doch nicht so ganz perfekt. Ein bisschen mehr befremden hätte beiden gut gestanden. Was mich auch etwas gestört hat war, dass bestimmte Dinge, die Stella konnte oder tat, weitestgehend unkommentiert blieben, obwohl sie mich doch sehr verwunderten. Dazu gehörte ihre Sprachbegabung. Entweder ist es mir tatsächlich vollkommen entgangen, oder es wird bis kurz vor Schluss nicht aufgelöst, warum sie, die Tochter eines italienischen Kaufmannes, deutsch spricht, während der Rest der Familie es nicht kann und die Töchter auch nicht auf einer besonderen Schule oder ähnlichem waren. Da bin ich immer wieder drüber gestolpert.

Alles in allem ein spannender, atmosphärisch dichter Roman, der dem Klischee des mittelalterlichen Weibchenromans trotz entsprechendem Titel und Cover erfrischend entschlüpft. Hier gebe ich gern eine Leseempfehlung.

 
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